Indonesien: 8 Gründe um Makassar zu besuchen

Makassar Sulawesi Indonesien Günde

Makassar ist die Hauptstadt der Provinz Sulawesi. Neben dem authentischen Stadtleben beeindruckt vor allem die Natur.

Obwohl Makassar ebenso eine Großstadt ist, zieht sich durch die Hauptstadt von Sulawesi kein Schwarm aus Wolkenkratzern wie in Jakarta. Die Stadt ist bodenständiger, fühlt sich asiatischer an und hat dank zahlreicher internationaler Ketten trotzdem alles was man sich wünscht. Richtig spannend wird es allerdings wenn du die Stadt verlässt und dich von der Natur begeistern lässt.

Was sonst so für Makassar in Südsulawesi spricht:

EINS: Kein typisches Reiseziel

Es ist als hätte jemand eine Schablone über Südostasien gelegt. Jeder, den man unterwegs trifft, reist die selbe Route. Thailand – Kambodscha – Vietnam – Laos – Myanmar. Ich kann es verstehen, jedes der Länder ist einen Besuch wert. Aber doch fühlt man sich irgendwann wie der langweiligste Mensch der Welt, wenn man dieser Schablone einfach folgt. Makassar dagegen ist kein typisches Reiseziel; zumindest nicht bei Europäern. Daher erhascht man ein Blick auf eine Stadt, die irgendwo zwischen international und eigenbrödlerisch steckt. Der Einfluss von Touristen und vor allem der Tourismus-Industrie ist hier minimal. Wenn du hier durch die Straßen flanierst, siehst du ein typisches Stadtleben in Indonesien.

ZWEI: Übernachte im ersten POD Hostel in Indonesien

In Makassar habe ich im POD Hostel direkt an der Promenade geschlafen. Das Hostel war eines der saubersten, in dem ich je geschlafen habe. Ich liebe ja generell Capsule Hostels, weil die kleinen Butzen einfach etwas Privatsphäre ermöglichen. Das Hostel ist zwar etwas teurer, aber der Preis lohnt sich. Morgens gibt es gratis Frühstück im hauseigenen Restaurant und die Mitarbeiter sind alle sehr freundlich. Dazu ist die Lage unschlagbar!

DREI: Das Essen

Streetfood Makassar

Über Indonesien kann man keine Listen schreiben ohne das Essen zu erwähnen. In Makassar gibt es unheimlich viel Streetfood, dass sich zu probieren lohnt. Auch hier ist die Promenade am besten. Dort reihen sind mehrere Stände aneinander, wo es typische indonesische Gerichte wie Gado-Gado oder Nasi Goreng gibt. Außerdem gibt es Pisang Epe (gegrillte Banane). Typisch für Makassar ist außerdem Coto, eine Rindfleischsuppe.

Wenn du Sulawesi besuchst, solltest du unbedingt den Kaffee probieren. Indonesien ist einer der größten Kaffee-Exporteure der Welt und vor Ort schmeckt es natürlich besonders gut!

VIER: Die niederfländische Vergangenheit

Die Kolonialzeit sieht man Indonesien noch heute an. Die europäischen Bauten bilden einen spannenden Kontrast zu der eher einfachen indonesischen Bauweise. Fort Rotterdam ist eines der bekanntesten Überbleibsel der niederländischen Kolonialzeit und befindet sich neben dem Hafen in  Makassar.

FÜNF: Sei ein Bule

Wenn du bereits in Indonesien warst, kennst du den Begriff „Bule“ sicherlich. So nennen die IndonesierInnen Weiße aus dem Westen. Die Bedeutung kommt wohl ursprünglich vom indonesischen Wort für Albino.

Wenn du in Makassar durch die Straßen spazierst, wirst du ständig Bule genannt. Außerdem werden Leute Fotos mit dir machen wollen. Einfach lächeln und mitmachen. Wo kann man sich sonst wie ein Promi fühlen?

SECHS: Pantai Losari und die Promenade

Pantai Losari Makassar

Die Promenade ist zweifelsfrei der schönste Teil von Makassar. Hier gibt es viel zu fotografieren und bei schönem Wetter lässt es sich hier auch eine Weile in der Sonne aushalten.

SIEBEN: Die Umgebung

Makassar rammang rammang sulawesi

Sulawesi bietet eine wunderschöne Landschaft. Wer Makassar besucht, sollte auf jeden Fall an einem Tag raus in die Natur. Ich habe während meines Besuchs Rammang-Rammang (auch Rammang2) besucht. Der Karst ist wenig besucht und wirklich ziemlich off-track. Zuerst mietet man sich ein kleines Boot und wird durch den Fluss geschippert. Später geht man zwischen Reisfeldern und dem Gestein auf Erkundungstour. Die Landschaft ist wunderschön und der Ausflug ein richtiges Erlebnis, da man auf in dem kleinen Dorf auf Einheimische trifft, die vollkommen ab vom Schuss leben. Atemberaubend!

Makassar Rammang2 Sulawesi

Sulawesi Ausflug Makassar Rammang-Rammang

ACHT: Besuche den Pasar Sentral

Richtig indonesisch wird es auf Märkten. Frischer Fisch, der vor sich hin stinkt, Unmengen Obst und Gemüse in bunten Farben und Kleidung, die in der Sonne ausbleicht. Einmal durch die engen Gassen wandern ist super interessant, weil es einen Einblick in der Alltag der Einheimischen gibt.

 

Makassar ist leider die einzige Stadt in Sulawesi, die ich besucht habe. Ich will aber unbedingt zurück und durch den Rest der Inseln reisen. Im Hostel traf ich jemanden, der genau das gemacht hat und komplett begeistert war. Mein nächster Besuch in Sulawesi kommt also bestimmt.

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Jakarta: Extremisten protestieren gegen Govenor-Kandidaten

Indonesien Jakarta Ahok Protest

Dienstag war ein normaler Tag. Uni, danach mit Freunden Kaffee trinken. Dann hörten wir von den bevorstehenden Protesten am Freitag in Zentral Jakarta gegen den Govenor-Kanditaten Ahok.

Auch der besagte Freitag, der vierte November, startet zunächst ruhig. Wie angekündigt startetet der Protest-Zug nach dem muslimischen Freitagsgebet. Alles verläuft ruhig und friedlich. Im Internet verbreiten sich Bilder, die Polizei und Demonstranten betend nebeneinander zeigen. Es ist ein schönes Bild, das zeigt, dass Religion Menschen vereint und nicht auseinander treibt.

Doch gerade Religion und Herkunft  standen im Mittelpunkt der Demonstrationen. Initiiert wurde die Demo von der Islamic Defenders Front, einer extremen Gruppierung, die seit Jahren für den Islam in Indonesien kämpft. Sie werfen Jakartas Governor Basuki Tjahaja Purnama, der von allen nur Ahok genannt wird, Blasphemie vor.


Islamic Defenders Front: Heißt eigentlich Front Pembela Islam (FPI) und wurde 1998 nach dem Rücktritt von Diktator Suharto gegründet. Sie wollen die Scharia in Indonesien einführen und werden laut Wikileaks unter anderem von der Polizei Indonesiens finanziell unterstützt. In den letzten Jahren haben sie in Indonesien über 30 mal versucht mit Gewalt für ihr Vorhaben zu kämpfen.

Scharia: Ist das religiöse Gesetz des Islams und basiert auf dem Koran. In Staaten wie Saudi-Arabien wird die Scharia vollständig angewendet. In Indonesien leben einzelne Gebiete unter der Scharia. Das bekannteste ist Aceh in Sumatra.


Alles began Ende September. Der amtierende Governor von Jakarta kandidiert erneut für das politische Amt. Dass er überhaupt Governor geworden ist, verdankt er dem vorherigen Governor Joko Widodo, kurz Jokowi, der 2014 zum Präsidenten gewählt wurde. Ahok übernahm dadurch den Governorsposten. Im Rahmen seiner Wahlkampagne für seine erneute Kandidatur hält er eine Rede auf den Thousand Islands in Jakarta.

Seine Rede wird im Nachhinein gekürzt, falsch zusammengeschnitten und fehlerhaft übersetzt. Ahok wollte die muslimische Gemeinde dazu ermutigen, dass es keinesfalls gegen den Koran spricht für einen Nicht-Muslimen bei der Wahl zu stimmen. Da er die Passage aus dem Koran falsch wiedergegeben hat, werfen viele Muslime ihm nun Blasphemie, also Gotteslästerung vor. Bei den Protesten marschieren sie in Jakarta um für eine Bestrafung Ahoks zu sorgen. Blasphemie steht in Indonesien unter Strafe. Beschuldigte müssen sich vor Gericht erklären.

„Did you hear about friday?“

Wir verbringen den Tag mit Freunden in unserem Viertel in Zentral-Jakarta, ein paar Kilometer entfernt von den noch friedlichen Protesten. Wir essen zusammen, spielen Gitarre, schauen einen schlechten Horror-Film. Ich vergesse fast, dass mir in den vergangenen Tage viele Freunde gesagt haben, ich solle unser Viertel nicht verlassen. „Be careful“, sei vorsichtig, höre ich in diesen Tagen hunderte Male. Meine Universität und viele andere Schulen und Bildungseinrichtung ließen an diesem Freitag den Unterricht ausfallen. Der Weg zur Schule sei zu gefährlich.

Zusammen mit meinen Freunden, vergesse ich, dass ich vorher Angst hatte, dass die Demonstranten für Ärger sorgen. Dass sie Passanten attackieren, Autos anzünden, etwas in die Luft geht. Ich vergesse fast, dass meine Freunde, mit denen ich den Tag verbringe, chinesische Vorfahren haben. Damit ist es für sie besonders gefährlich.

Der Hintergrund der Demonstration

Denn auch wenn Ahok der Blasphemie bezichtigt wird, werden ihm doch zwei Dinge viel deutlicher zur Last gelegt: Seine Herkunft und seine Religion. Ahok ist Christ und chinesischer Abstammung. Damit gehört er in dem muslimischen Land zur Minderheit. Er ist erste indochinesische und christliche Governor seit Jakarta 1998 zur Demokratie wurde. Nur in den 60ern, als Indonesien vom Diktator Sukarno regiert wurde, gab es das schon einmal. In einem Land, in dem 88 Prozent muslimisch sind, eine Besonderheit.

Auch wenn es in Indonesien keine offizielle Staatsreligion gibt, ist der Islam omnipräsent. In den kleinen Convenience Stores gibt es keinen Alkohol zu kaufen, Frauen tragen auf den Straßen keine kurzen Hose und Röcke, Paare sieht man ebenfalls selten öffentlich. Viele Muslime wollen nicht von einem „Nicht-Gläubigen“ regiert werden.

Religion hat in Indonesien eine große Bedeutung. Jeder Einheimische muss sich für eine der sechs anerkannten Religionen entscheiden. Islam, christliche, sowohl katholische Kirche, Hinduismus, Buddhismus oder Konfuzianismus. Die Religion ist im Personalausweis vermerkt. „In Indonesien Atheist zu sein, ist das gleiche, wie hier schwul zu sein„, sagte mir vor ein paar Monaten ein indonesischer Kommilitone.

Mittel zum Zweck

Die ersten Bilder der Demonstrationen sahen beeindruckend aus. Tausende weiß gekleidete Menschen, die eine Einheit symbolisieren. Ein ruhiges Marschieren zwischen Jakartas Wahrzeichen und Wolkenkratzer. Etwa 150,000 Menschen, die für die Bestrafung Ahoks protestieren. Auch wenn die Beweggründe zweifelhaft war, war der visuelle Eindruck doch spannend.

Doch als wir die Nachrichten am frühen Abend wieder einschalten, ist die Demonstration nicht wieder zuerkennen. Die geordnete Masse hat sich in einen Tumult entwickelt, sie ist wütend geworden. Reifen und Polizeiautos brennen. Die Demonstranten werfen mit Steinen und Flaschen. Die Polizei antwortet mit Wasserwerfern und Tränengas.

Viele Demonstranten protestieren noch bis in die Nacht. Ein Mensch stirbt, ein paar Dutzende werden verletzt. Auch am drauf folgenden Samstag sollen wir unser Viertel nicht verlassen. Es sei immer noch gefährlich. Mittlerweile ist die Lage wieder entspannter, doch viele Muslime warten immer noch auf Gerechtigkeit. Der Fall von Ahok wird gerichtlich verhandelt. Für den 25. November wurde erneut eine Demonstration angekündigt.

 

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Old Town Jakarta und der Hafen

Fatahillah Square Jakarta Old Town

Jakartas Altstadt ist ein Muss, wenn man die indonesische Hauptstadt besucht. Nirgends liegen Ursprünglichkeit und der Wille zur Veränderung so nah beinander.

Zentral-Jakarta verändert sich jeden Tag. Ständig schießt ein neuer Wolkenkratzer in die Höhe und verewigt sich in der Skyline. Die Straßen sind verstopft. In der Rush Hour herrscht Stilstand. Nur die Ojeks, wie sie hier die Motorroller nennen, düsen ab und an an den Automassen vorbei. Über den Straßen hängt eine dunkle Smog-Wolke. Wenn man hier ein Foto schiest, ist es unweigerlich unscharf und körnig.

Wer dem Trubel von Jakartas Zentrum entkommen will, macht sich auf Richtung Norden der Stadt. Kurz vor der Küste liegt die Altstadt. Wie steigen an der Busstation KOTA TUA aus, direkt vor dem Muesum der BANK OF INDONESIA. Montags sind Museen geschlossen, also laufen wir weiter. Nur ein paar Meter weiter liegt der Fatahillah Square.

Fatahillah Square

Als wir den Fatahillah Square erreichen, fallen mir sofort zwei Dinge auf. Das weiße, ehemalige Rathaus und die vielen bunten Fahrräder auf dem Vorplatz. Das Rathaus stammt aus der niederländischen Besatzungszeit, deswegen erinnert der Baustil auch sofort an Europa. In ganz Jakarta ist der Platz aber vor allem für das Radfahren bekannt. Überall werden bunte Fahrräder angeboten, mit denen Touristen und Einheimische durch den Gegend düsen können. Eine seltene Gelegenheit in Jakarta. Durch die schlechten Zustände der Gehwege, der Luftverschmutzung und des Verkehrsproblems ist Radfahren in der Millionenstadt eigentlich kaum möglich.
Jakarta Kota Tua Town Hall Rathaus
Auch durch die verschiedenen Architekturstile, die einen Blick in Jakartas Vergangenheit ermöglichen, ist der Besuch der Altstadt lohnenswert. Außerdem befinden sich hier mehrere Museen wie das SEJARAH JAKARTA oder das bereits erwähnte Museum BANK OF INDONESIA.

Fatahillah Square Altstadt Jakarta

Jakartas Hafen

Für uns ging es weiter zu Jakartas Seehafen, SUNDA KELAPA HARBOR. Der Hafen ist einer der ältesten der Stadt und wird heutzutage noch von den traditionellen Pinisi-Schiffen angefahren. Die Pinisis werden als Lastenschiffe verwendet, Schätzung zufolge hat Indonesien mit ca. 800 Pinisis die größte Segelschiffflotte der Welt.

Sunda Kelapa Harbor Jakarta

Sunda Kelapa Hafen Jakarta

Der Besuch der Altstadt und des Hafens war bisher mein liebster Touri-Ausflug in Jakarta. Endlich konnten wir Jakarta zu Fuß entdecken ohne beinahe überfahren zu werden. Überall sind interessante Details und man erkennt die Ursprünge der Stadt ganz ohne Hochhäuser und der enormen Lautstärke, die in Zentrum allgegenwärtig ist.

Altstadt und China Town

Nachdem wir den Hafen und den Fatahillah Square gesehen haben, haben wir uns einfach etwas treiben lassen. In der Altstadt (auf Indonesisch: kota tua) gibt es eine Menge Straßenverkäufer und Künstler. Aufmerksam durch die Gegend laufen lohnt sich also. Außerdem waren wir kurz in China Town, auch wenn sich das in Jakarta eher auf eine Straße beschränkt.

Vietnamese Jakarta Old Town

Old Town Jakarta Kota Tua

Jakarta Old Town Altstadt

Jakarta Kota Street Artist

China Town Jakarta Gemüsemarkt
Gemüsemarkt in China Town

Fotoquelle: Jana Moysich

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Die Zigarettenindustrie in Indonesien

Zigarettenindustrie in Indonesien

Zigaretten passen nicht mehr in die deutsche #Healthy-Instagram-Welt. Doch die Industrie dahinter hat längst andere Opfer gefunden. Zum Beispiel Indonesien, wo eine Packung Zigaretten etwa 1,30 Euro kostet.

In dem Seminar „Communication and Social Change“ haben wir vor ein paar Wochen die Dokumentation „Sex, Lies and Cigarettes“ geschaut. Die Doku beleuchtet die Zigarettenindustrie in Indonesien, die durch Korruption und Täuschung immer mehr Einfluss gewinnt. Die Schäden, die durch den Konsum verursacht werden, sind gerade für die Menschen, die abseits der Städte leben, nicht bekannt. In weiten Teilen von Indonesien gibt es kein Internet, die Menschen könnten sich nicht einmal selbst informieren, wenn sie es wollten.

Zigarettenmarken als Kultursponsoren

Die Straßen von Indonesien, ob in Jakarta oder auf der Insel Sumatra sind voll mit Werbeplakaten für Zigaretten. „Go Ahead“ wird beworben. Castingshows, Konzerte, Festivals werden von den großen Marken gesponsert. Muse, the Black Eyed Peas, Flo Rida – sie alle standen schon für Philip Morris auf der Bühne.

In Indonesien gibt es kein Mindestalter, kein Gesetz, das den Zugang reguliert. Auch wenn der Konsum offiziell ab 18 gestattet ist, gibt es keine Altersbeschränkung für den Kauf. Eine Schachtel für etwa 20.000 Indonesische Rupiah können sich selbst Schulkinder leisten. An vielen Kiosks gibt es sogar einzelne zu kaufen, damit sich auch Jugendliche von ihrem Taschengeld ein paar Züge leisten können.

Aufmerksam wurde die Welt schon vor ein paar Jahren auf das Problem: Der zweijährige Aldi von der Insel Sumatra brachte es zu zweifelhafter Berühmtheit.  Auf Youtube und später auch im Fernsehen machte ein Video von ihm die Runde, in dem er genüsslich Zigaretten paffte. Laut Angaben zum Video bis zu 40 Stück an einem Tag.

Der Markt in Asien wächst

Während der Westen anfängt den eigenen Konsum zu reflektieren, wird der asiatische Markt immer interessanter für die Tabakindustrie. Hohe Steuern und das schlechte Image vermiesen die Geschäfte in Europa und Amerika. In Indonesien dagegen sind die Preise immer noch billig und die gesundheitlichen Folgen werden kaum wahrgenommen. Im Jahr sterben 200.000 IndonesierInnen an Folgen des Konsum.

Ein Großteil der Bevölkerung Indonesiens ist nicht nur Konsument von Tabakwaren. Die Insel Sumatra ist einer der größten und beliebtesten Anbauorte für Tabak weltweit. Die Bauern sind von der Ernte und dem Verkauf abhängig. Bestreben von NGOs und Verbänden die Tabakindustrie in Indonesien stärker zu regulieren, lehnen sie ab.

Das ist einer der Gründe, warum entsprechende Gesetze in Indonesien schnell wieder vom Tisch verschwinden. Lobbyisten und Unternehmen zahlen zudem große Summen an die Regierung, um die Gesetzesentwürfe zu stoppen. Durch gute Kontakte zur Regierung und großer finanzieller Mittel übt diese Gruppe starken Einfluss aus. Korruption ist ein weiteres großes Problem in Indonesien.

Erste Versuche, die Folgeschäden bekannt zu machen, brachten nicht den gewünschten Effekt. Seit 2014 gibt es abschreckende Bilder auf den Packungen. Die konnten den Konsum allerdings kaum eindämmen. Stattdessen feilt das Gesundheitsministerium mittlerweile an einem neuen Plan. Die Zigarettenschachteln sollen künftig im Einheitslook erscheinen, das Markenlogo auf der Verpackung würde verboten.

 

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Thousand Islands: Geheimtipp in Jakarta, Indonesien

Thousand Islands - Jakartas Geheimtipp

Am Wochenende habe ich einen Teil der Thousand Islands entdeckt. Die Inseln vor Jakarta City sind ein echter Geheimtipp und fast nur bei Einheimischen bekannt. Gerade deshalb lohnt sich das Entdecken im Javasee.

Als größte Stadt in Südostasien wird Jakarta allen Klischees gerecht. Es ist laut, dreckig und unüberschaubar. Obwohl die Thousand Islands zu Jakarta gehören, sind sie das komplette Gegenteil vom Festland. Die kleinen Inseln sind von blauen und türkisfarbenden Wasser umgehen, es gibt keine Autos und alles ist noch ein bisschen entspannter.
Solch eine Natur mit Palmen, exotischen Planzen und ganz viel Ruhe findet man in Jakarta wirklich nur an wenigen Ecken. Umso schöner ist die Möglichkeit, der Großstadt mal für ein Wochenende zu entfliehen.

Thousand Islands: So kommt Ihr dahin

Thousand Islands Überfahrt

Die Inseln erreicht man natürlich nur mit einem Boot. Wir sind vom Hafen in Jakarta losgefahren und haben pro Fahrt jeweils um die 60.000 Rupiah bezahlt. Die Fahrt auf den überfüllten Booten dauert drei Stunden und ist anstrengend. Auf dem Deck verteilen sich hunderte Menschen, die nach kurzer Zeit einschlafen und ein weiteres Bewegen kaum möglich machen. Ich hab mich einfach selber während der Fahrt eingerollt und geschlafen. Wie immer in Indonesien heißt es auch hier: Nicht so lang nachdenken, sondern einfach machen!

Es gibt wohl auch ein Boot, dass die Strecke in der Hälfte der Zeit schafft und dafür etwas teurer ist. Meist finden sich auf diesen Booten dann vor allem Touristen. Wobei die Thousand Islands eher als Geheimtipp gelten. Während des Aufenthalts haben wir viele Bekanntschaften mit IndonesierInnen gemacht. Andere Europäer sieht man dort selten.

Wer sich eine Fahrt auf dem Boot bucht, sollte allerdings das indonesische Zeitgefühl kennen. Aus sieben Uhr wird gerne mal acht, aus einer Viertelstunde, eine halbe. Mit Pünktlichkeit hat das also nicht so viel zu tun. Zum Glück hatten wir viel Zeit.

Die Unterkunft

Die Inseln sind abgelegen vom Festland, die Tour war billig und eher für Einheimische. Die Konsequenz: Die Unterkunft war nicht gerade fünf Sterne. In unserem Bad befand sich eine typische indonesische Squattoilette. Das ist ein Loch im Boden, über den man sich beim Pinkeln einfach hockt. Daneben befinden sich ein großes Wasserbecken, aus dem man nach dem Toilettengang Wasser schöpft um seine Spuren zu beseitigen. Als ich das erste Mal halbnackt über der Squattoilette hockte, kam mich auch gleich eine große pelzige Spinne besuchen. Es war ein Fest!

Auch das übrige Zimmer lädt nicht zum Verweilen ein. Außer einer großen Matratze war das Zimmer leer. Die Wände waren fleckig, der Geruch gewöhnungsbedürftig. Doch eine Nacht hält man das aus, erst Recht, wenn einem solch eine Natur geboten wird.

Das Programm

Wir haben alles über den Reiseveranstalter gtetours gebucht. Dadurch war für die Fähre, Unterkunft, Verpflegung und das Insel-Hopping gesorgt und wir mussten uns um nichts kümmern. Der ganze Trip hat etwa 575.000 Rupiah gekostet, das sind etwa 39 Euro. Zu den Thousand Islands gibt es allerdings auch viele andere Touren von anderen Veranstaltern. Daher lassen sich die Preise auch kaum miteinander vergleichen. Jeder Veranstalter steuert andere Ziele an, bietet anderes Essen und Unterkünfte und ein anderes Programm.

Für uns ging es nach der Überfährt zuerst nach Pulan Harapan. Dort befand sich unser Homestay, wo wir auch erst einmal etwas zu Essen bekommen haben. Natürlich Nasi (Reis) und Ayam (Huhn), was in Indonesien eigentlich überall zu finden ist.

Danach ging es wieder ab auf ein Boot und wir haben in einer kleinen Gruppe die Inseln erkundet und geschnorchelt. Beim Schnorcheln bin ich auch gleich mal in einen Seeigel getappt, doch die Stacheln konnte ich zum Glück selbst wieder entfernen. Trotz meines kleinen Missgeschicks war das Schwimmen und Erkunden des Javesees wunderbar. Das war mein erstes Schnorcheln im Meer und dementsprechend war ich begeistert von der Farbpracht unter Wasser.

ThousandIsland_Sonnenuntergang_Fotos

ThousandIslands_Boote

ThousandIslands

Einfluss der Industrienationen

Thousand Islands Müllproblem

Indonesien ist ein Schwellenland, das sieht man an jeder Ecke. Leider bleiben selbst die kleinen Inseln nicht vom Einfluss der Industrieländer verschont. Die Menge an Plastikmüll ist unglaublich, gehört aber leider auch zu den Inseln. Unsere Homestay-Insel Pulan Harapan war mit Motorrollern übersäht, auf denen schon 13-Jährige durch die engen Gassen sausten; mit ihren kleinen Geschwistern hinten drauf. Dazu kommen Kinder, die bereits mehrere Zigaretten am Tag rauchen. Der Westen lebt es vor, wodurch Konsum für die Menschen in Schwellenländer erstrebenswert ist.

Wer Indonesien bereist, sollte sich bewusst sein, dass Schönheit und Tragik hier nahe beieinander liegen. Außerdem ist es wichtig, nicht selbst zu der Verschmutzung beizutragen. „No plastic bag, please“, gehört hier also zu meinen meist gesagten Sätzen.

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Können Internetkonzerne die Welt verbessern? #Google4ID

Am 9. August fand in Jakarta das Google for Indonesia Event, kurz Google4ID, statt. Das Weltunternehmen möchte Indonesien unterstützen. Wem nützt das am meisten?

Google for Indonesia

Indonesien ist ein wachsender Markt mit viel Potential. Von den ca. 240 Millionen Menschen in Indonesien sind etwa 100 Millionen online. Und im Internet sogar sehr aktiv.Während die deutschen mit sozialen Netzwerken wie Twitter eher zurückhaltend sind und auf Facebook immer weniger Privates landet, lieben die IndonesierInnen Socials wie Path, Instagram oder eben Twitter.

GoJek ist das Paradebeispiel

Ohne Frage kann das Web eine große Rolle bei der Entwicklung eines Landes oder einer Region spielen. In Indonesien gibt es die App „Go Jek“, die vor allem den öffentlichen Nahverkehr organisiert. Ähnlich wie bei Uber, kann man Autos oder Motorroller mit Fahrer buchen, die einen für wenig Geld von A nach B bringen. Auch Essen, Massagen und Beauty-Behandlungen lassen sich easy über Go Jek buchen. Auf dem deutschen oder europäischen Markt kenne ich keine vergleichbare Anwendung, die so viele Dienstleistungen in sich vereint.

Wenn die IndonesierInnen nicht GoJek fahren, nutzen sie Uber oder Grab, einen anderen Fahrdienstleister. Seitdem Google Event in Jakarta sind all diese Dienste in Google Maps integriert und zeigen Entfernung und Kosten an. Dadurch können die Preise der unterschiedlichen Anbieter miteinander verglichen werden.

Außerdem ist die Plattform Android Kejar gestartet. Entwickler können sich dort anmelden und durch Udacity, aber auch durch lokale Gruppen programmieren lernen, Apps bauen und vielleicht sogar Unternehmen gründen.

Viele Probleme warten auf Lösungen

Trotz technischer Neuheiten hat Indonesien noch immer mit vielen Problemen zu kämpfen. Die geografische Situation des Landes macht es nicht einfacher. Indonesien verteilt sich auf 17.000 Inseln. Die Unterschiede zwischen den Hauptinseln wie Java, Sumatra oder Bali sind riesig.

Armut ist omnipräsent, Korruption üblich. Auf der Straße halten die Menschen ihre Taschen fest, den Diebstähle passieren schnell und unbemerkt. Es gibt also noch viel zutun, damit Bildung für alle zugänglich wird, der Heimweg sicherer, das Land überschaubarer wird. Während die Digitalisierung in Deutschland kritisch betrachtet wird, ist sie hier Hoffnungsträger. Sie könnte in vielen Bereichen die Infrastruktur ausbauen und die komplexe Bürokratie abbauen.

Google setzt das Fundament

Mit seinem Event hat Google die ersten Schritte gemacht. Google arbeitet nicht nur für Indonesien, sondern mit dem Land. Der Suchmaschienkonzern bildet Menschen aus, die durch ihre erlernten Fähigkeit vielleicht bald ihr eigenes Startup aufbauen können.

Dass Google beim Aufbau seiner Geschäfte in Indonesien von eigenen Interessen gelenkt wird, darf über all die Freude nicht vergessen werden. Google möchte die eigene Produkte einfach zugänglich machen, um mehr Nutzer zu akquirieren. Mehr Nutzer heißen mehr Suchanfragen, mehr Anzeigenklicks und schließlich mehr Erlöse.

Schwierig wird es sein, die Grenze zu setzen. Wann wird der Einfluss zu viel? Wann steuert ein Unternehmen Bedürfnisse anstatt sie nur zu stillen?

Abhängigkeit zu einem Weltkonzern ist nichts, was Indonesien gebrauchen kann. Doch die IndonesierInnen sind jung, die Hälfte von ihnen ist unter 30 Jahren. Sie kennen sich mit Technik aus, sind wählerisch und entscheiden sich für die Plattform, die sie am weitesten bringt. Zum besten Preis. Unter den besten Bedingungen.

 

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Allein unter Anderen – Eine Woche Jakarta

Bajai_Indonesien_Jakarta

Seit einer Woche bin ich nun in dieser wahnsinnigen Stadt. Benhil, wo wir in Jakarta leben, ist wenig touristisch. Ich bin die einzige weit und breit, die europäisch aussieht. Selbst in den fünf Minuten zum Supermarkt werde ich angestarrt, aber auch viel angelächelt.

Bisher faszinieren mich vor allem die großen Unterschiede in Jakarta. Die normalen Straßen sind recht einfach, überall kleine Läden, viel Streetfood, alles ein bisschen runtergekommen. Im Hintergrund ragen die Bürogebäude internationaler Firmen in die Höhe. Die Wohnungen der Menschen sind recht überschaubar, die Malls sind riesig.

Jakarta Indonesia

City of Malls

Die IndonesierInnen lieben Malls und Mall-Hopping. An jeder Ecke gibt es moderne Einkaufszentren mit hunderten Geschäften aus aller Welt und einer riesigen Food-Court mit Essen auf Asien.

Plastik. Plastik. Plastik.

Was ich bisher am wenigsten an Jakarta mag, ist das fehlende Bewusstsein für Plastikmüll. Alles wird doppelt eingepackt und eingeschweißt. Es ist kaum möglich, Plastik zu vermeiden.

Streetfood

In Benhil findet man wirklich überall Streetfood. Ob Nasi Goreng, Gado Gado oder Matabak. Allerdings muss man vorsichtig sein, da nicht immer alles frisch ist. Außerdem enthält beinahe jedes Gericht Fleisch, es ist schwer etwas vegetarisches zu finden.

Dresscode

Nicht nur in der katholischen Universität, die ich hier besuche, gibt es einen Dresscode. Auf auf den Straßen sollte man sich nicht zu freizügig kleiden, z.B. keine Hotpants tragen. Es sei denn, man möchte komisch angesehen werden.

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