Abseits von Bangkok: Geheimtipp „Bang Ko Bua“

Bang Ka Bua mit dem Fahrrad erkunden

Bangkok bietet Touristen und Backpackern eine Menge zu entdecken. Wer Abstand vom Trubel der Großstadt braucht, findet Ruhe in Bang Ko Bua.

Wie anstrengend Verkehr, Lärm und die Menschenmassen einer Großstadt sind, merkt man oft erst, wenn man sie verlässt. Nach Jakarta habe ich mich mit Bangkok gleich in die nächste Millionenstadt gestürzt. Die thailändische Hauptstadt ist aufregend und turbulent, allerdings auch unheimlich kräftezerrend. Ich musste raus aus der Stadt. Zumindest für ein paar Stunden.

Bang Ko Bua ist ein richtiger Geheimtipp. Die Insel gehört zur Bangkok’s Nachbarprovinz Samut Prakan und ist bei Touristen nur wenig bekannt. Auf dem Blog loveandroad.com habe ich über Bang Krachao gelesen, das gleich neben Bang Ko Bua auf der gleichen Insel liegt. Egal, in welchen der Teile man am Ende genau landet, die Insel ein tolles Tagesziel, (beinahe) ohne Lärm, Gestank und Verkehr.

Die Anfahrt nach Bang Ko Bua

Pier Fährsteg Bang Na Bangkok

Um nach Bang Ko Bua zu kommen, muss man die Fähre benutzen um über den Chao Phraya Fluss zu kommen. An den Pier kommt ihr am besten mit dem Skytrain Richtung Bearing. Eure Endhaltestelle ist die vorletzte Station names „Bang Na“. Ich bin von der Station Ratchathewi los gefahren und musst für die Fahrt 52 Baht bezahlen. Der Skytrain ist moderner als die typischen U- und S-Bahnen in Deutschland und alles Nötige ist immer auch auf Englisch erklärt und ausgeschrieben.

In „Bang Na“ angekommen könnt ihr 20 Minuten Richtung Pier laufen oder euch schnell ein Taxi nehmen. Als Orientierung merkt euch den Tempel „Wat Bang Na“. Die Sanphawut Road führt direkt zum Pier und damit zur Fähre. Ihr könnt sie also gar nicht übersehen. Hier gibt es den Weg bei Google Maps.

Die Überfahrt

Fähre Bangkok Bang Ka Bua

Am Pier angekommen war ich ein bisschen verunsichert. Ich war die einzige Touristin weit und breit. Die Fähre habe ich zwar schnell entdeckt, allerdings stand nirgends ein Reiseziel. Also, erstmal stehen bleiben und beobachten. Immer gut, wenn man nicht weiter weiß.

Anderen Leuten folgend bin ich schließlich einfach auf die Fähre gelaufen. Nicht erschrecken, die Fähre wird von Menschen und Motorrädern zusammen benutzt. Passt aber alles. Die Fähre fährt bis 21:30 Uhr etwa alle zehn Minuten und braucht nur fünf Minuten bis zur anderen Seite. Die Fahrt kostet 4 Baht und wird erst auf den anderen Seite bezahlt. Wunderbar, um Kleingeld loszuwerden.

Bang Ko Bua

Auf der Insel angekommen könnt ihr nun tun und lassen, was ihr wollt. Um die Insel in Ruhe und sorgfältig zu erkunden, lohnt es sich ein Fahrrad zu mieten. Das gibt es gleich nach dem Verlassen des Fährstegs an vielen Stellen zu mieten. Ich hab 50 Baht bezahlt und hab ein vollkommen funktionstüchtiges Fahrrad bekommen. Dazu gab es eine Karte der Insel. Als Sicherheit musste ich meinen Personalausweis hinterlegen. Und schon wird einfach losgeradelt.

Die kleinen Fahrradwege sind teilweise nur auf einer Seite mit einem Geländer abgesichert. Gerade bei entgegenkommenden Verkehr kann das eng werden. Auch Angst vor Hunden sollte man nicht mitbringen. Auf der ganzen Inseln gibt es Straßenhunde, die gerne im Weg sitzen und liegen. Die meisten dösen einfach nur. Ich hab allerdings auch Bekanntschaft mit drei Hunden gemacht, die mich fast von Rad gerissen hätten. Mir ist nichts passiert, ich hab jetzt nur ein mittelgroßes Trauma vor meinem Lieblingstier. Aber vielleicht hätte ich auch einfach nicht in die verlassenste Ecke radeln sollen 😉

Zurück habe ich übrigens ohne Blick auf die Karte gefunden. Bang Ka Bua ist schließlich eine Insel, irgendwie kommt man immer zurück.

Bang Ka Bua Natur

Bang Ka Bua Feldweg

Radweg Bang Ka Bua

 

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Thousand Islands: Geheimtipp in Jakarta, Indonesien

Thousand Islands - Jakartas Geheimtipp

Am Wochenende habe ich einen Teil der Thousand Islands entdeckt. Die Inseln vor Jakarta City sind ein echter Geheimtipp und fast nur bei Einheimischen bekannt. Gerade deshalb lohnt sich das Entdecken im Javasee.

Als größte Stadt in Südostasien wird Jakarta allen Klischees gerecht. Es ist laut, dreckig und unüberschaubar. Obwohl die Thousand Islands zu Jakarta gehören, sind sie das komplette Gegenteil vom Festland. Die kleinen Inseln sind von blauen und türkisfarbenden Wasser umgehen, es gibt keine Autos und alles ist noch ein bisschen entspannter.
Solch eine Natur mit Palmen, exotischen Planzen und ganz viel Ruhe findet man in Jakarta wirklich nur an wenigen Ecken. Umso schöner ist die Möglichkeit, der Großstadt mal für ein Wochenende zu entfliehen.

Thousand Islands: So kommt Ihr dahin

Thousand Islands Überfahrt

Die Inseln erreicht man natürlich nur mit einem Boot. Wir sind vom Hafen in Jakarta losgefahren und haben pro Fahrt jeweils um die 60.000 Rupiah bezahlt. Die Fahrt auf den überfüllten Booten dauert drei Stunden und ist anstrengend. Auf dem Deck verteilen sich hunderte Menschen, die nach kurzer Zeit einschlafen und ein weiteres Bewegen kaum möglich machen. Ich hab mich einfach selber während der Fahrt eingerollt und geschlafen. Wie immer in Indonesien heißt es auch hier: Nicht so lang nachdenken, sondern einfach machen!

Es gibt wohl auch ein Boot, dass die Strecke in der Hälfte der Zeit schafft und dafür etwas teurer ist. Meist finden sich auf diesen Booten dann vor allem Touristen. Wobei die Thousand Islands eher als Geheimtipp gelten. Während des Aufenthalts haben wir viele Bekanntschaften mit IndonesierInnen gemacht. Andere Europäer sieht man dort selten.

Wer sich eine Fahrt auf dem Boot bucht, sollte allerdings das indonesische Zeitgefühl kennen. Aus sieben Uhr wird gerne mal acht, aus einer Viertelstunde, eine halbe. Mit Pünktlichkeit hat das also nicht so viel zu tun. Zum Glück hatten wir viel Zeit.

Die Unterkunft

Die Inseln sind abgelegen vom Festland, die Tour war billig und eher für Einheimische. Die Konsequenz: Die Unterkunft war nicht gerade fünf Sterne. In unserem Bad befand sich eine typische indonesische Squattoilette. Das ist ein Loch im Boden, über den man sich beim Pinkeln einfach hockt. Daneben befinden sich ein großes Wasserbecken, aus dem man nach dem Toilettengang Wasser schöpft um seine Spuren zu beseitigen. Als ich das erste Mal halbnackt über der Squattoilette hockte, kam mich auch gleich eine große pelzige Spinne besuchen. Es war ein Fest!

Auch das übrige Zimmer lädt nicht zum Verweilen ein. Außer einer großen Matratze war das Zimmer leer. Die Wände waren fleckig, der Geruch gewöhnungsbedürftig. Doch eine Nacht hält man das aus, erst Recht, wenn einem solch eine Natur geboten wird.

Das Programm

Wir haben alles über den Reiseveranstalter gtetours gebucht. Dadurch war für die Fähre, Unterkunft, Verpflegung und das Insel-Hopping gesorgt und wir mussten uns um nichts kümmern. Der ganze Trip hat etwa 575.000 Rupiah gekostet, das sind etwa 39 Euro. Zu den Thousand Islands gibt es allerdings auch viele andere Touren von anderen Veranstaltern. Daher lassen sich die Preise auch kaum miteinander vergleichen. Jeder Veranstalter steuert andere Ziele an, bietet anderes Essen und Unterkünfte und ein anderes Programm.

Für uns ging es nach der Überfährt zuerst nach Pulan Harapan. Dort befand sich unser Homestay, wo wir auch erst einmal etwas zu Essen bekommen haben. Natürlich Nasi (Reis) und Ayam (Huhn), was in Indonesien eigentlich überall zu finden ist.

Danach ging es wieder ab auf ein Boot und wir haben in einer kleinen Gruppe die Inseln erkundet und geschnorchelt. Beim Schnorcheln bin ich auch gleich mal in einen Seeigel getappt, doch die Stacheln konnte ich zum Glück selbst wieder entfernen. Trotz meines kleinen Missgeschicks war das Schwimmen und Erkunden des Javesees wunderbar. Das war mein erstes Schnorcheln im Meer und dementsprechend war ich begeistert von der Farbpracht unter Wasser.

ThousandIsland_Sonnenuntergang_Fotos

ThousandIslands_Boote

ThousandIslands

Einfluss der Industrienationen

Thousand Islands Müllproblem

Indonesien ist ein Schwellenland, das sieht man an jeder Ecke. Leider bleiben selbst die kleinen Inseln nicht vom Einfluss der Industrieländer verschont. Die Menge an Plastikmüll ist unglaublich, gehört aber leider auch zu den Inseln. Unsere Homestay-Insel Pulan Harapan war mit Motorrollern übersäht, auf denen schon 13-Jährige durch die engen Gassen sausten; mit ihren kleinen Geschwistern hinten drauf. Dazu kommen Kinder, die bereits mehrere Zigaretten am Tag rauchen. Der Westen lebt es vor, wodurch Konsum für die Menschen in Schwellenländer erstrebenswert ist.

Wer Indonesien bereist, sollte sich bewusst sein, dass Schönheit und Tragik hier nahe beieinander liegen. Außerdem ist es wichtig, nicht selbst zu der Verschmutzung beizutragen. „No plastic bag, please“, gehört hier also zu meinen meist gesagten Sätzen.

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