Bangkok: Eindrücke aus der thailändischen Hauptstadt

Bangkok Nacht

Bangkok ist eine Wahnsinnstadt; keine Frage. So richtig beeindrucken konnte mich Thailands Hauptstadt trotzdem nicht. Ein Rückblick.

Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen erleichtert, dass mir Bangkok nur so mittelgut gefallen hat. Bis jetzt mochte ich nämlich jede Stadt, die ich in Europa oder Asien bereist hatte. Das erweckte bei mir selbst fast den Eindruck, ich sei unkritisch und würde für jeden Quatsch applaudieren.

Bangkok ist nicht schön

Die thailändische Hauptstadt ist nicht schön. Der Skytrain zieht sich auf riesigen Betonträgern durch die Stadt, die Kabel des Telekommunikationsnetzes hängen träge über den Straßen, die Hausfassaden sind blass, die Farbe längst abgeblättert. Doch zwischen den Betonmassen ist es unheimlich lebhaft.

An beinahe jeder Straßenecke wird frisch geschnittenes Obst verkauft, in den Nebenstraßen reihen sich die Streetfood-Wagen, es riecht nach Thaifood, nach Chili und Koriander. Das berühmte Pad Thai wird neben den verschiedenen Fleischspießen verkauft. Im Hintergrund erleuchten riesige Einkaufszentrum den Himmel und  buhlen um die Aufmerksamkeit der Touristen.

Die Stadt reißt mit. Es macht Spaß sich anonym von der Menge treiben zu lassen, kleine Cafes zu entdecken und sich plötzlich im Nirgendwo wiederzufinden. Dieses kurze Gefühl sich verlaufen zu haben und dann merken, dass es egal ist, weil man ja eh keine Termine hat. Das Herumhantieren mit Google Maps, damit ich doch noch zum Hostel zurückfinde.

Bangkok hat was und ich kann jeden verstehen, der die Stadt magisch findet. Ich hatte viel Spaß, war aber auch froh als es für mich weiter nach Chiang Mai ging. Sechs Tage in Bangkok waren mir zu viel. Ich würde sagen, es reichen drei bis vier Tage, um sich entspannt einen Eindruck zu verschaffen.

Bangkok ist so lala

Bangkok ist eine der meist besuchten Städte der Welt und das merkt man auch. Überall sind Touristen, alle möglichen Sprachen prasseln von allen Seiten auf einen ein. Damit sich die Touristen wohl fühlen, tut Bangkok einiges. Die meisten Beschriftungen gibt es auch in normalen Buchstaben und der Skytrain ist komplett international ausgerichtet.

Bangkok ist ok, so Lala eben. Bunter, touristischer, internationaler und sauberer als Jakarta. Für viele Backpacker ist Bangkok das erste Reiseziel in Asien. Die erste asiatische Großstadt. Dann muss die Stadt beeindruckend sein. Doch wenn man fünf Monate im chaotischen Jakarta gelebt hat, kann Bangkok einfach nicht mehr vom Hocker reissen.

Eindrücke aus Bangkok

Bangkok Central World

Central World ist die größte Mall in Bangkok und kaum zu übersehen. Die gelben Lichtern zeigen eine weihnachtliche Lichtinstallation, die auf dem großen Platz vor dem Einkaufszentrum aufbaut war.

Den „Winter Camp Market“ habe ich durch Zufall entdeckt. Bisschen Berlin-Hipster-mäßig gab es hier leckeres Thaifood und Säfte aus Papaya, Mango und vielen anderen frischen Früchten.

Bangkok - Buddha in Plastik

Eines meiner Lieblingsbilder aus Bangkok, weil es so abstrus ist. In den vielen Tempel werden die Statuen angebetet und dann gehe ich nichtsahnend um eine Straßenecke und entdecke hunderte buddhistische Figuren aufgereiht und in Plastik verpackt.



Und schließlich ein paar Eindrücke aus Bangkok abseits der Hauptstraßen als ich einfach durch die Gegend gestolpert bin.

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Abseits von Bangkok: Geheimtipp „Bang Ko Bua“

Bang Ka Bua mit dem Fahrrad erkunden

Bangkok bietet Touristen und Backpackern eine Menge zu entdecken. Wer Abstand vom Trubel der Großstadt braucht, findet Ruhe in Bang Ko Bua.

Wie anstrengend Verkehr, Lärm und die Menschenmassen einer Großstadt sind, merkt man oft erst, wenn man sie verlässt. Nach Jakarta habe ich mich mit Bangkok gleich in die nächste Millionenstadt gestürzt. Die thailändische Hauptstadt ist aufregend und turbulent, allerdings auch unheimlich kräftezerrend. Ich musste raus aus der Stadt. Zumindest für ein paar Stunden.

Bang Ko Bua ist ein richtiger Geheimtipp. Die Insel gehört zur Bangkok’s Nachbarprovinz Samut Prakan und ist bei Touristen nur wenig bekannt. Auf dem Blog loveandroad.com habe ich über Bang Krachao gelesen, das gleich neben Bang Ko Bua auf der gleichen Insel liegt. Egal, in welchen der Teile man am Ende genau landet, die Insel ein tolles Tagesziel, (beinahe) ohne Lärm, Gestank und Verkehr.

Die Anfahrt nach Bang Ko Bua

Pier Fährsteg Bang Na Bangkok

Um nach Bang Ko Bua zu kommen, muss man die Fähre benutzen um über den Chao Phraya Fluss zu kommen. An den Pier kommt ihr am besten mit dem Skytrain Richtung Bearing. Eure Endhaltestelle ist die vorletzte Station names „Bang Na“. Ich bin von der Station Ratchathewi los gefahren und musst für die Fahrt 52 Baht bezahlen. Der Skytrain ist moderner als die typischen U- und S-Bahnen in Deutschland und alles Nötige ist immer auch auf Englisch erklärt und ausgeschrieben.

In „Bang Na“ angekommen könnt ihr 20 Minuten Richtung Pier laufen oder euch schnell ein Taxi nehmen. Als Orientierung merkt euch den Tempel „Wat Bang Na“. Die Sanphawut Road führt direkt zum Pier und damit zur Fähre. Ihr könnt sie also gar nicht übersehen. Hier gibt es den Weg bei Google Maps.

Die Überfahrt

Fähre Bangkok Bang Ka Bua

Am Pier angekommen war ich ein bisschen verunsichert. Ich war die einzige Touristin weit und breit. Die Fähre habe ich zwar schnell entdeckt, allerdings stand nirgends ein Reiseziel. Also, erstmal stehen bleiben und beobachten. Immer gut, wenn man nicht weiter weiß.

Anderen Leuten folgend bin ich schließlich einfach auf die Fähre gelaufen. Nicht erschrecken, die Fähre wird von Menschen und Motorrädern zusammen benutzt. Passt aber alles. Die Fähre fährt bis 21:30 Uhr etwa alle zehn Minuten und braucht nur fünf Minuten bis zur anderen Seite. Die Fahrt kostet 4 Baht und wird erst auf den anderen Seite bezahlt. Wunderbar, um Kleingeld loszuwerden.

Bang Ko Bua

Auf der Insel angekommen könnt ihr nun tun und lassen, was ihr wollt. Um die Insel in Ruhe und sorgfältig zu erkunden, lohnt es sich ein Fahrrad zu mieten. Das gibt es gleich nach dem Verlassen des Fährstegs an vielen Stellen zu mieten. Ich hab 50 Baht bezahlt und hab ein vollkommen funktionstüchtiges Fahrrad bekommen. Dazu gab es eine Karte der Insel. Als Sicherheit musste ich meinen Personalausweis hinterlegen. Und schon wird einfach losgeradelt.

Die kleinen Fahrradwege sind teilweise nur auf einer Seite mit einem Geländer abgesichert. Gerade bei entgegenkommenden Verkehr kann das eng werden. Auch Angst vor Hunden sollte man nicht mitbringen. Auf der ganzen Inseln gibt es Straßenhunde, die gerne im Weg sitzen und liegen. Die meisten dösen einfach nur. Ich hab allerdings auch Bekanntschaft mit drei Hunden gemacht, die mich fast von Rad gerissen hätten. Mir ist nichts passiert, ich hab jetzt nur ein mittelgroßes Trauma vor meinem Lieblingstier. Aber vielleicht hätte ich auch einfach nicht in die verlassenste Ecke radeln sollen 😉

Zurück habe ich übrigens ohne Blick auf die Karte gefunden. Bang Ka Bua ist schließlich eine Insel, irgendwie kommt man immer zurück.

Bang Ka Bua Natur

Bang Ka Bua Feldweg

Radweg Bang Ka Bua

 

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