Können Internetkonzerne die Welt verbessern? #Google4ID

Am 9. August fand in Jakarta das Google for Indonesia Event, kurz Google4ID, statt. Das Weltunternehmen möchte Indonesien unterstützen. Wem nützt das am meisten?

Google for Indonesia

Indonesien ist ein wachsender Markt mit viel Potential. Von den ca. 240 Millionen Menschen in Indonesien sind etwa 100 Millionen online. Und im Internet sogar sehr aktiv.Während die deutschen mit sozialen Netzwerken wie Twitter eher zurückhaltend sind und auf Facebook immer weniger Privates landet, lieben die IndonesierInnen Socials wie Path, Instagram oder eben Twitter.

GoJek ist das Paradebeispiel

Ohne Frage kann das Web eine große Rolle bei der Entwicklung eines Landes oder einer Region spielen. In Indonesien gibt es die App „Go Jek“, die vor allem den öffentlichen Nahverkehr organisiert. Ähnlich wie bei Uber, kann man Autos oder Motorroller mit Fahrer buchen, die einen für wenig Geld von A nach B bringen. Auch Essen, Massagen und Beauty-Behandlungen lassen sich easy über Go Jek buchen. Auf dem deutschen oder europäischen Markt kenne ich keine vergleichbare Anwendung, die so viele Dienstleistungen in sich vereint.

Wenn die IndonesierInnen nicht GoJek fahren, nutzen sie Uber oder Grab, einen anderen Fahrdienstleister. Seitdem Google Event in Jakarta sind all diese Dienste in Google Maps integriert und zeigen Entfernung und Kosten an. Dadurch können die Preise der unterschiedlichen Anbieter miteinander verglichen werden.

Außerdem ist die Plattform Android Kejar gestartet. Entwickler können sich dort anmelden und durch Udacity, aber auch durch lokale Gruppen programmieren lernen, Apps bauen und vielleicht sogar Unternehmen gründen.

Viele Probleme warten auf Lösungen

Trotz technischer Neuheiten hat Indonesien noch immer mit vielen Problemen zu kämpfen. Die geografische Situation des Landes macht es nicht einfacher. Indonesien verteilt sich auf 17.000 Inseln. Die Unterschiede zwischen den Hauptinseln wie Java, Sumatra oder Bali sind riesig.

Armut ist omnipräsent, Korruption üblich. Auf der Straße halten die Menschen ihre Taschen fest, den Diebstähle passieren schnell und unbemerkt. Es gibt also noch viel zutun, damit Bildung für alle zugänglich wird, der Heimweg sicherer, das Land überschaubarer wird. Während die Digitalisierung in Deutschland kritisch betrachtet wird, ist sie hier Hoffnungsträger. Sie könnte in vielen Bereichen die Infrastruktur ausbauen und die komplexe Bürokratie abbauen.

Google setzt das Fundament

Mit seinem Event hat Google die ersten Schritte gemacht. Google arbeitet nicht nur für Indonesien, sondern mit dem Land. Der Suchmaschienkonzern bildet Menschen aus, die durch ihre erlernten Fähigkeit vielleicht bald ihr eigenes Startup aufbauen können.

Dass Google beim Aufbau seiner Geschäfte in Indonesien von eigenen Interessen gelenkt wird, darf über all die Freude nicht vergessen werden. Google möchte die eigene Produkte einfach zugänglich machen, um mehr Nutzer zu akquirieren. Mehr Nutzer heißen mehr Suchanfragen, mehr Anzeigenklicks und schließlich mehr Erlöse.

Schwierig wird es sein, die Grenze zu setzen. Wann wird der Einfluss zu viel? Wann steuert ein Unternehmen Bedürfnisse anstatt sie nur zu stillen?

Abhängigkeit zu einem Weltkonzern ist nichts, was Indonesien gebrauchen kann. Doch die IndonesierInnen sind jung, die Hälfte von ihnen ist unter 30 Jahren. Sie kennen sich mit Technik aus, sind wählerisch und entscheiden sich für die Plattform, die sie am weitesten bringt. Zum besten Preis. Unter den besten Bedingungen.

 

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Stories passt super zu Instagram

Vor zwei Tagen hat Instagram ein neues Feature veröffentlicht. „Stories“ ermöglicht es Nutzern Fotos hochzuladen, die außerhalb des eigenen Feeds gezeigt werden und sich nach 24h selbst löschen.

Instagram Stories Beispiel
http://blog.instagram.com/post/148348940287/160802-stories

Viele Benutzer sehen darin eine ganz klare Kopie von Snapchat, wo ebenfalls vergängliche Fotos hochgeladen werden können. Mit diesem innovativen Merkmal wurde Snapchat eines der am schnellsten wachsende Netzwerke der letzen Jahren. Im Schnitt nutzen monatlich 150 Millionen Menschen die Foto-App.

Instagram liegt da mit rund 400 Millionen Nutzern monatlich noch ein gutes Stück vorn. Und auch Entwicklungen der App sind für die Nutzer nichts Neues. Im Mai stellte Instagram auf ein neues Design und Logo um. Seit ein paar wird der Feed nicht nicht chronologisch sortiert, sondern nach den potentiellen eigenen Interessen. Die neue Funktion „Stories“ ist also nur ein weiterer Versuch, die Nutzer an die Plattform zu fesseln und das Nutzererlebnis zu bessern.

Instagram hat kopiert

Stories erinnert aber nicht nur an Snapchat, Instagram gibt sogar selbst zu sich an der App bedient zu haben. Vor allem bei Snapchat-Fans sorgt das Verhalten für viel Empörung. Dabei ist ein Abgucken und Nachmachen in der analogen, sowie in der digitalen Welt Gang und Gebe. Ob soziales Netzwerk, Online-Magazin oder Kartendienst, alle schauen voneinander ab. Ohne Nachmachen und Nachbessern wären viele großartige Erfindungen wohl nie entstanden.

Die Neuerung bei Instagram fällt allerdings deutlich spärlicher aus als beim gelben Konkurrenten. Bei Instagram Stories gibt es bloß die Möglichkeit auf dem frisch geschossenen Bild herumzumalen und Text hinzufügen. Snapchat dagegen ist vor allem dank der vielen verschiedenen Filter bekannt und beliebt.

Alles in einer App

Instagram hat allerdings den Vorteil bereits eine große aktive Nutzerschaft zu haben, die sich wiederum bereits große Followerzahlen aufgebaut haben. Instagram wird längst professionell genutzt, um die eigene Marke oder sich selbst voran zu treiben. Auch das Entdecken von Profilen ist bei Instagram deutlich einfacher als bei Snapchat.

Auch „Stories“ wurde übersichtlich in Instagram integriert. Nutzen lässt sich der Spaß intuitiv, wer es nicht nutzen möchte, wird von der Funktion nicht bedrängt. Gerade für Blogger und Promis, die ihren Content eh öffentlich teilen, ist Instagram damit deutlich attraktiver.

Zurück zur Authentizität

Als Instagram vor ein paar Jahren startete lebte die App von unscharfen Schnappschüssen aus dem Alltag unbekannter Menschen. Die Fotos hatten hässliche Rahmen und auch mit den Filtern wurde nicht gegeizt. Mit der Zeit wurden die Fotos professioneller, die Benutzer reich durch ihren Content und die Accounts identischer. Die Dynamik, mit der sich die Plattform entwickelte, war unglaublich.

Doch das Perfekte raubte auch den Spaß am schnellen, alltäglichen Nutzen. Die Stories ermöglichen nun einen neuen, privaten Einblick, der auch Fotos erlaubt, die sich nicht in den akkuraten Feed einreihen. Mehrfachposts vom weißen Malediven-Strand oder einem fancy Event müssen nun nicht mehr die Timeline verstopfen. Und auch privat kann das Feature gut genutzt werden, um die etwas spannenderen Tagen im Leben zu begleiten.

Das Ende von Snapchat?

Die Meinung über „Instagram Stories“ ist bisher gespalten. Doch diejenigen, die das Feature bereits ausprobiert haben, zeigen sich begeistert. Zu nervig ist das ewige Wechseln zwischen den Apps. Zu einfach die Handhabung bei Instagram und vor allem zu groß die bereits akquirierte Fanmasse.

Wenn man allerdings beobachtet, wie viele Leute selbst nach dem zehnten Mal den Hunde-Filter noch witzig finden, wird klar, dass das Ende von Snapchat durch die Stories nicht besiegelt ist. Snapchat bietet durch die Filter immer noch ein Alleinstellungsmerkmal. Und auch für Menschen, denen die geschönte, ungesättigte Welt von Instagram zu gespielt ist, wird Snapchat die bessere Alternative bleiben.

Ich mag Instagram schon durch das Design deutlich lieber als Snapchat. Die App wirkt aufgeräumter. Ob ich Stories nach dem ersten Ausprobieren noch nutzen werde? Wahrscheinlich nicht. Meinen eigenen Alltag muss ich dann doch nicht jedem unter die Nase reiben. Und auch die Stories der anderen sind oft nicht lebensverändernd. Ein nettes Feature für Ab und An ist es trotzdem.

Zusammengefasst: Ich find’s jut! Und ihr?

 

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