Black Friday: Gar nicht mal so cool

Neuer Wall Hamburg Shopping Weihnachten

Black Friday und Cyber Monday locken jeden November Millionen Nutzer in Online-Shops und Geschäfte. Doch immer mehr Shops wehren sich gegen den Konsumwahn und setzen mit kreativen Ideen dagegen.

Passend zur Weihnachtszeit werden online und offline viele Produkte runtergesetzt. Mit Black Friday und dem Cyber Monday gibt es gleich zwei amerikanische Marketing-Feiertage, die nach Deutschland geschwappt sind. Möglichst viel und möglichst billig ist die Devise.

Dabei wurde Konsumverzicht in den letzten Jahr zum Trend. Minimalismus, Zero Waste, Decluttering sind nur einige Buzzwords mit denen man sich mittlerweile gerne schmückt. Secondhand und Vintage lassen die Herzen jedes Modemädchens höher schlagen. Verzicht ist längst zum Zeichen von Charakterstärke geworden. Magazine und Blogs sind voll mit Tipps für die Veränderung zu einem fairen Leben. Man könnte meinen, Nachhaltigkeit oder zumindest das Bewusstsein ist in den Köpfen angekommen.

Auf der anderen Seiten laufen Jugendliche und junge Erwachsene immer noch mit braunen Papiertüten durch die Gegend, in denen sich 12 Teile für nur 90 Euro sammeln. Billig hat also immer noch eine Anziehungskraft, die alle gute Vorhaben zerschellen lässt. Minimalismus und Nachhaltigkeit sind zu Lifestylebegriffen avanciert. Leere Worthülsen, die jeder selbst mit Inhalt füllt.


Black Friday ist der Tag nach dem amerikanischen Thanksgiving. Da Thanksgiving immer auf einen Donnerstag fällt, wird der darauf folgende Freitag gerne als Brückentag genutzt. Viele nutzen den freien Tag für ihre ersten Weihnachtseinkäufe. Der stationäre Handel, sowie Onlineshops locken zudem mit vielen günstigen Angeboten. 2006 hat Apple das Konzept nach Deutschland gebracht, mittlerweile haben sich viele anderen Läden und Marken angeschlossen.

Cyber Monday folgt auf den Black Friday. Ursprünglich war der Cyber Monday die Antwort der Online-Shops auf den Black Friday. Der Black Friday wurde anfangs nämlich nur von stationären Ladengeschäften durchgeführt. Mittlerweile finden jedoch Cyber Monday und Black Friday offline wie online statt.


Konsumgier ist so 90s

Die 90er waren laut, schrill und aufdringlich. Statussymbole waren wichtig, vor allem die Sichtbarkeit von ihnen. Zu große Pullover mit großem „Helly Hansen“-Aufdruck, teure Autos und viel Schnickschnack. Ich dachte, wir hätten das hinter uns gelassen. Minimalismus und Zurückhaltung wäre attraktiv geworden. Doch der Lifestyle scheint nicht mehr zu sein, als Platzfüller in Magazinen und netter Gesprächsstoff, der dich in ein positives Licht rückt.

Sobald das Sale-Schild ruft, sind all die guten Gedanken und Vorhaben vergessen. Wir verrückt wird in die Geschäfte gerannt und Quatsch, den man eigentlich nicht braucht, gekauft. Es wird wieder getrumpft. Mehr Tüten suggerieren mehr Erfolg auf der Jagd nach Schnäppchen.

Glücklicherweise gibt es Shops, die da nicht mitmachen wollen. Als Alternativprogramm zum Black Friday hat das Label Kancha 2014 den White Friday ins Leben gerufen. Statt zu sparen, zahlen Kunde und Shop drauf – für den guten Zweck. Andere Shops rufen uns ins Gedächtnis, dass Dinge repariert und recycelt werden können, statt sie neu zu kaufen. Eine Übersicht:

Jan’n’June

Der Onlineshop für faire Mode setzt auf Reparieren statt auf Neukauf. Auf dem Blog gibt es eine Tipps zum Aufpeppen von alten Jeans, das Annähen eines neuen Knopfs oder eines Reisverschluss.

Kancha

Kancha stellt nachhaltige Accessoires her. Das Design ist minimalistisch und richtet sich vor allem an technikinteressierte, junge Leute. Das Angebot reicht von Rucksäcken, über Kameragurte bis hin zu Geldbörse. Kancha fördert am Black Friday Empower Blind People in Kirgistan. Die Organisation bietet Hilfe im Umgang mit Blindheit für Betroffene und für Eltern mit blinden Kindern.

SoulBottles

Soulbottles designen und produzieren wunderschöne Trinkflaschen aus Glas. Hergestellt wird in Deutschland und das vollkommen plastikfrei und nachhaltig. Soulbottler unterstützen am White Friday WASH der Welthungerhilfe in Nepal, dass Menschen Zugang zu sauberen Trinkwasser ermöglicht.

Mehr Infos zum White Friday hier.

Auf wenn die Aktion vorüber ist, lohnt es sich in den entsprechenden Shops vorbei zugucken. Die Produkte sind fair und nachhaltig produziert und die Händler engagieren sich auch außerhalb der Weihnachtszeit für gute Zwecke.

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