Vietnam: Zwei Tage in Ho Chi Minh Stadt

Ho Chi Minh Stadt City Hall

Vietnam hat jeder auf seiner Südostasien-Liste. Ho Chi Minh Stadt begeistert mit Streetart, Pho und Motorbikes.

Die Ampel schaltet grün, hunderte Motorbikes starten durch. Innerhalb von Sekunden ist die Kreuzung eingenommen von den Zweirädern. Geradeaus, Links, Rechts. Die Fahrtrichtung spielt keine Rolle. Wer nicht aufpasst, steht mitten auf der Kreuzung wenn das Chaos ausbricht.

Ho Chi Minh City

Ho Chi Minh Stadt ist bekannt für das Motorbike-Chaos. Vierköpfige Familien teilen sich einen Motorroller und jagen durch die Millionenstadt. In Vietnam die Straße zu überqueren ist eine kleine Herausforderung. Mitten in diesem Wahnsinn bin ich pünktlich zum chinesischen Neujahrsfest gelandet. Die Stadt war überfüllt mit Touristen, gleichzeitig waren viele Geschäfte und Restaurants geschlossen. Nicht der beste Zeitpunkt um die Stadt zu erkunden. Gefallen hat es mir trotzdem so gut, dass ich auf jeden Fall wiederkommen werde!

Die Sehenswürdigkeiten

Vietnam war beinahe 100 Jahre eine französische Kolonie. Für Architekturfans ist die Stadt damit einen Besuch wert. Das Postoffice, Notre Dame und die City Hall heben sich durch die europäische Bauweise vom Rest der Stadt ab und sind tolle Fotomotive.
Einen starken Kontrast dazu erzielen die sonstige Wohnhäuser. Grauer Beton und dunkle Gitter zeigen die pragmatischen Bauten, die so typisch für kommunistische Länder sind. Ich bin sehr fasziniert davon, auf wie wenig Raum Menschen leben können.

Kulinarisch gibt es in Vietnam Unmengen zu probieren. Pho, Frühlingsrollen und Banh Mi müssen unbedingt auf die To-Eat-Liste. An jeder Ecke gibt es außerdem Vietnamesischen Eiskaffee zu kaufen. Sehr stark, sehr süß, aber auch richtig lecker!

Als ich eine kleine Auszeit von der hektischen Stadt brauchte, habe ich Ruhe im Le Van Tam Park gefunden. Viele Vietnamesen machen dort Sport oder entspannen sich einfach auf den vielen Bänken. Der Rasen sah so gepflegt aus, dass ich mich nicht getraut habe, mich raufzulegen. Doch eine Bank hat es auch getan.

Die Hotspots der City

Cà phê Sài Gòn Ơi Vietnam Ho Chi Minh Cafekomplex

Dass sich hinter den drögen Fassaden auch wahrer Hipster-Kult verstecken kann, beweist Cà phê Sài Gòn Ơi. Das Gebäude steht direkt am Times Square in HCMC. Drinnen finden sich lauter kleiner Cafes, Restaurants und Boutiquen. Wer einen Platz auf einem der zahlreichen Balkone ergattert, wird mit einem tollen Ausblick entlohnt. Besonders während des chinesischen Neujahrsfest super entspannt, um den Trubel zu entkommen.

Wie alternativ die Stadt ist, hat mich generell überrascht. In der Nähe des Song Sai Gon Flusses befindet sich die Alternative Art Area. Auch hier locken viele coole Cafes um die Aufmerksamkeit. Dazu gibt es eine Menge Streetart zu entdecken.

Streetart Ho Chi Minh City Vietnam

Alternative Arts Area Vietnam

District 1 is were the magic happens. Hier befinden sich die meisten Hostels und man kann es als absolute Touri-Gegend bezeichnen. Von Pho bis zu westlichen Essen findest Du hier alles. Es blinkt, es gibt Bier und viel Schnickschnack zu kaufen. Auf deine Sachen solltest du ein gutes Auge haben, aber sonst hab ich mich hier sehr sicher gefühlt.

Vietnams Geschichte

War Remnants Museum Vietnam Ho Chi Minh

Der Name Vietnam war für mich immer untrennbar mit dem Krieg mit Amerika verbunden. Daher stand der Besuch des Remnants War Museums ganz oben auf meiner Liste. Für nur 15000 Dong (60 Cent) erhält man Eintritt in drei Etagen voller Fakten, Fotos und Emotionen des Vietnam Kriegs.

Grafitti Ho Chi Minh
Das Graffiti hab ich entdeckt kurz nachdem ich aus dem Museum kam

Die Ausstellung wird von vielen als einseitig kritisiert. Den Punkt kann ich verstehen, weil natürlich die Fehler von Amerika deutlich mehr betont werden als die von Vietnams Militär. Trotzdem ist das Museum ein absolutes Muss. Schon allein, weil es das Bewusstsein erhöht, dass sich so etwas nie wieder wiederholen darf. Besonders beeindruckend ist die Fotoausstellung. Im Vietnamkrieg wurden erstmals Kriegsbilder in Farbe geschossen. Wobei ich die schwarz-weiß Bilder noch berührender fand.

Fortbewegung in Ho Chi Minh Stadt

Von Kampot (Kambodscha) bin ich mit dem Nachtbus über Ha Tien nach HCMC gekommen. Allerdings kam der Bus wirklich mitten in der Nacht an und ließ uns nicht etwa in der Stadt, sondern etwas außerhalb der City raus. Zum Glück habe ich im Bus ein paar Leute kennengelernt, so dass wir uns ein Taxi ins District 1 teilen konnten.

Merke: Unbedingt vorher checken wo der Bus einen rauslässt und wie es dann weitergeht. Vorher am besten auch mit Google Maps checken, wie teuer eine Uber oder Grab-Fahrt in die Stadt ist. Der Taxifahrer wollte 10 Dollar von uns, was mit Sicherheit zu viel war.

Ansonsten liegen die Sehenswürdigkeiten aber sehr nah beieinander und das meiste passiert sowieso in District 1. Man kann also wunderbar laufen und alles zu Fuß erkunden. Zum Flughafen kommt man schon für 5.000 Dong mit dem Bus. Die Linie 152 bringt dich aus District 1 in etwa 30 Minuten zum Tan-Son-Nhat-Flughafen.

Ho Chi Minh Stadt in Vietnam

Ho Chi Minh ist eine unheimlich vielseitige Stadt im Süden Vietnams. Foodies, Kulturliebhaber und Geschichtsinteressierte werden ihren Spaß haben, wenn sie die Stadt entdecken. Ich kann mir gut vorstellen wieder zukommen,  vielleicht das nächste Mal sogar für eine längere Zeit. Das nächste Auslandssemester kommt bestimmt!

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Rote Khmer: Was Du über Kambodscha wissen solltest

Kambodscha Was du wissen solltest

Kambodscha gilt heute als Backpackerparadies. Erst seit den 90ern wird das Land wieder von Touristen besucht. Vorher herrschte lange Bürgerkrieg.

Jede Familie in Kambodscha hat in dieser Zeit Menschen verloren” erzählt unser Tourguide im Genozid-Museum. Sie selbst habe ihren Vater, ihre Schwester und ihren Bruder in der Zeit der Roten Khmer verloren. Woran ihre Geschwister starben weiß sie bis heute nicht.

Bis zu meinem Besuch in Siem Reap wusste ich nichts von der schlimmen Vergangenheit Kambodschas. In der Schule habe ich nie davon gehört, nie zufällig eine Doku dazu im Fernsehen gesehen. Auch vor meiner Reise habe ich mich abseits von Sehenswürdigkeiten und schönen Orten nicht über Kambodscha informiert. Ich Nachhinein find ich das sehr dumm und ignorant von mir. Die Geschichte eines Landes ist schließlich der Grund warum die Gegenwart ist wie sie ist. Meine Freundin Fernanda empfahl mir einen Besuch des Genozid-Museums sowie der Killing Fields. Nach meinem Besuch im Angkor Park ging es also zurück in die Hauptstadt.

Die Geschichte Kambodschas

Kambodscha war einst eine französische Kolonie und eine Monarchie. Unter dem Einfluss Frankreichs hatte die Königsfamilie allerdings nicht viel zu sagen. Im Zuge der Unabhängigkeit Vietnams von Frankreich, wurde auch Kambodscha frei von ihren Kolonialherren.

Im Hintergrund hatte sich schon lange eine kommunistische Bewegung geformt: Die roten Khmer. Oder auch Khmer Rouge. Khmer bezeichnet die ethische Mehrheit in Kambodscha, Rouge oder Rot ist die Farbe des Kommunismus. Die Bewegung rund um ihren Anführer Pol Pat war verärgert über die Unmündigkeit der eigenen Regierung und der Monarchie. Dem Volk ging es schlecht, die Regierung war korrupt. Jahrelang bildeten die Roten Khmer im Urwald an der vietnamesischen Grenze Soldaten aus, oft noch Kinder.

Der Vietnamkrieg griff auch auf Kambodscha über. Da die Amerikaner Angst vor einem weiteren kommunistischen Staat hatten, intervenierten sich auch in Vietnams Nachbarländern. Nach fünf Jahren voller Kämpfe in Vietnam konnten die Roten Khmer 1975 über die Amerikaner und den eigenen Regierungstruppen siegen.

Zunächst freuten sich die Kambodschaner über den Sieg der Roten Khmer und erhoffte sich Besserung. Die Hauptstadt war von der kommunistischen Bewegung schnell eingenommen. Die Republik Kampuchea wurde ausgerufen. Innerhalb weniger Tage verwandelten die Roten Khmer Phnom Penh in eine Geisterstadt. Sie zwangen die Einwohner aufs Land zu ziehen, um dort eine Agrargesellschaft aufzubauen. Wer sich weigerte wurde erschossen. Doch auch die Märsche zu den Agrarfeldern forderte zahlreiche Tote. Die Nahrung war knapp und der Weg zu den Feldern dauerte Wochen.

Agrargesellschaft ohne Bildung

Die Kommunisten wollten eine einfache Gesellschaft, die unabhängig vom Ausland ist und sich selbst versorgt. Intellektuelle und Mönche wurden getötet. Schon wer eine Fremdsprache beherrschte wurde als Gefahr empfunden, deportiert und getötet. Wahllos wurden Menschen festgenommen, da sie hinter jedem einen Spitzel und Verräter vermuteten. In Phnom Penh wurden die Sträflinge ins S21-Gefängnis gebracht, wo sie gefoltert wurden. Wer nicht im Gefängnis starb, wurde zu den sogenannten Killing Fields deportiert, wo sie gleich nach ihrer Ankunft umgebracht wurden sind.

Geld und Privatbesitz war in dieser Zeit verboten. Religiöse und kulturelle Stätte wurden größtenteils zerstört. In vier Jahren Herrschaft sind mindestens 1,7 Millionen Menschen um ihr Leben gekommen.

Die eigene Paranoia brachte die Roten Khmer schließlich zum Fall. Sie vermuteten, dass Vietnam ins Land einmarschieren wollte und starteten selbst die Offensive gegen ihr Nachbarland. Nachdem sie erfolgreich einige Dörfer einnehmen konnten, konnten das vietnamesische Militär 1979 Phnom Penh einnehmen. Sie marschieren in Kambodscha ein und entdeckten die grausamen Gefängnisse und Killing Fields. Vorher waren die Vorkommnisse in Kambodscha im Ausland völlig unbeachtet.

Ein Grauen ohne Büße

Bis heute wurden die meisten Anführer und Mitläufer der Roten Khmer nicht bestraft. Im Untergrund könnten sie noch bis in die 90er agieren und weiterhin Vernichtungslager betreiben. Die Roten Khmer wurden international als Regierung sogar lange anerkannt. Noch bis 1991 hatten sie einen Sitz bei den Vereinten Nationen. 

Nach dem Sieg der Vietnamesen über Phnom Penh folgten viele Jahre Bürgerkrieg in Kambodscha. Erst 1991 kamen Truppen der Vereinten Nationen ins Land und bildeten eine Übergangsregierung, die Wahlen organisierte und den Waffenstillstand überwachte.

Kambodscha heute

In Städten wie Siem Reap oder Sihanoukville ist diese Vergangenheiten kaum zu spüren. Die Städte haben sich in wahre Touristenhochburgen verwandelt. Voll von Bars, Restaurants und buntem Touriramsch. Doch Phnom Penh sieht in vielen Ecken noch aus wie eine Geisterstadt. Die grauen Fassaden und die tristen Straßenzüge stehen im Widerspruch zu anderen asiatischen Metropolen. Die Veränderung kommt langsam. An immer mehr Ecken entstehen riesige Baustellen. Bald werden sich Supersize-Malls und Luxus-Hotels die Skyline teilen.

Kambodscha hat damals beinahe eine ganze Generation verloren. Kaum einer spricht heute Englisch, viele können weder lesen noch schreiben. Die Arbeitslosigkeit ist groß. In der technischen Entwicklung hängt Kambodscha hinterher. Landminen schlummern versteckt unter abgelegenen Feldern und Wegen.

Die Geschichte von Kambodscha hat mich sprachlos zurückgelassen. Wie kann es sein, dass ich in 23 Jahren nicht einmal von diesem Genozid am eigenen Volk gehört habe? Auch wenn man sich im Urlaub oder beim Reisen lieber mit schönen Dinge beschäftigt, ist der Besuch des Genozid-Museums und der Killing Fields ein Muss. 

Für den Besuch des Genozid-Museums und der Killing Fields habe ich eine Tour über Viator gebucht, mit der ich sehr zufrieden war. Nur die Zeit war leider etwas knapp, so dass im Museum nur eine kurze Tour möglich war.

Natürlich ist das nur eine Zusammenfassung der Geschehnisse, die keinesfalls die ganze Tragik und das Ausmaß gerecht werden kann.

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Kambodscha: Zwei Tage in Phnom Penh

Phnom Penh Kings Palace

Vor Phnom Penh hatte ich ein bisschen Angst. Warum das Quatsch war und wie ich überhaupt in der kambodschanischen Hauptstadt gelandet bin:

Als ich Ende Dezember an der Schlange der Passkontrolle in Bangkok stand, bekam ich einen kleinen Anfall. Ich war mir plötzlich nicht mehr sicher, ob das Visum für Thailand umsonst ist und ob ich nicht einen Weiterflug benötige. Die Nacht vorher habe ich in Jakarta meinen letzten Abend mit Freunden gefeiert, aufgewacht bin ich morgens eher aus Zufall und gepackt hab ich innerhalb von 30 Minuten. Die 3 1/2 Stunden Flug von Jakarta nach Bangkok hab ich damit verbracht immer wieder mit meinem Kopf gegen den Sitz vor mir zu knallen. Immer wieder.

Ich war müde, wahrscheinlich noch nicht ganz nüchtern und hatte Hunger. Völlig übernächtigt war ich auf einmal der festen Überzeugung einen Weiterflug aus Thailand zu brauchen, um das Visum zu bekommen. Also raus aus der Schlange, freies WIFI gesucht und völlig verballert einen Flug nach Phnom Penh, Hauptstadt von Kambodscha, gebucht. Danach hab ich mich noch kurz mit dem Mann vom Geldschalter angelegt, weil er meine Indonesischen Rupiah partout nicht in Thailändische Baht tauschen wollte.

Ende vom Lied: Mit deutschem Pass braucht man als Tourist kein Visum, es gibt dementsprechend auch keine Gebühr und einen Weiterflug habe ich auch nicht gebraucht.

Die Einreise nach Kambodscha

Dank meines kleinen Nervenzusammenbruchs stand ich also knapp zwei Wochen später wieder am Don Mueng Flughafen von Bangkok. Deutlich entspannter gab es dieses Mal keine Probleme. Dank des frühen Flugs war es in am kambodschanischen Flughafen morgens noch ruhig und der ganze Immigration-Prozess ging richtig flott.

Für Kambodscha braucht es allerdings ein Visa-On-Arrival. Für den Antrag fühlt ihr am Flughafen einen Zettel aus und braucht außerdem ein Passfoto. Die Visagebühr beträgt 30 US-Dollar. In Kambodscha werden größere Summen in amerikanischen Dollar gezahlt. Das Wechselgeld gibt es dann meist in der kambodschanischen Währung Riel.

Phnom Penh: Eine gefährliche Stadt?

Mit einem Tuk-Tuk ging es dann in die Stadt zum Hostel. Als ich dort eincheckte, beklagte sich gerade ein anderer Gast darüber, das am Abend zuvor sein Smartphone aus seiner Hand geklaut wurde. An der Rezeption wollte man mich sofort belehren, ich solle ja nicht meine Wertgegenstände in der Öffentlichkeit spazieren führen. Das gilt für ganz Asien, in Kambodscha wird das gerne besonders betont. „Ich hab in Jakarta gelebt, ich kenne das“, denke ich etwas großkotzig. Trotzdem mache ich mich eine halbe Stunde später etwas mulmig auf den Weg um die Stadt zu entdecken.

Phnom Penh liegt in der Entwicklung etwa 10 Jahre hinter Jakarta und locker 20 hinter Bangkok. Durch den langen Bürgerkrieg in Kambodscha entwickelt sich der Tourismus erst langsam wieder seit den 90ern. Dazu ist Kambodscha eines der ärmsten Länder der Welt, das Geld für Hotels und Co kommt also von ausländischen Investoren.

Die kambodschanische Hauptstadt wird sich in den nächsten Jahren wahnsinnig entwickeln. Noch kann man aber einen Hauch des ursprünglichen Asiens entdecken. Phnom Penh, lange eine Geisterstadt, ist noch nicht von Einkaufszentren und internationalen Ketten eingenommen. Es gibt kein Starbucks, kein McDonalds. Stattdessen kann man das alltägliche Leben beobachten.

Tuk Tuk, Lady?

Dieses Ursprünglich, nicht-Internationale kann einen etwas Angst machen. Alle fünf Meter ruft jemand „Tuk Tuk Lady?“. Ich sage „No“ oder schüttle mit dem Kopf. Nach ein paar Sekunden geht das Spiel von vorne los. Es ist anstrengend und etwas bedrängend. Ich will eigentlich zum Königspalast, habe mich aber verlaufen. Um auf mein Smartphone zu schauen, gucke ich mir erst eine sichere Ecke aus. Ich hab echt Angst, dass mir mein Handy geklaut wird.

Im Endeffekt habe ich den Palast gefunden, wurde nicht beklaut und habe mich sogar gewappnet gefühlt für diese Stadt. Nach Siem Reap bin ich sogar noch einmal für zwei Tage zurück nach Phnom Penh gekommen, um mehr über die Geschichte Kambodschas zu erfahren.

Phnom Penh ist nicht gefährlich. Aber es gibt es paar Menschen dort, die Chancen nutzen, wenn sie sich ergeben. Man muss nicht super vorsichtig durch die Stadt schleichen, aber bewusst und aufmerksam. Dann klappt auch alles!

Phnom Penh Hausfassaden

Phnom Penh Hausfassaden

Phnom Penh Post Office

Phnom Penh Ufer Riverside

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Thailand: Cafes in Chiang Mai

Cafes in Chiang Mai Thailand

Chiang Mai ist ein Paradies für jeden, der schöne inhabergeführte Geschäfte und guten Kaffee mag. Meine liebsten Entdeckungen:

Meine neue thailändische Lieblingsstadt vereint so ziemlich alles, was ich liebe. Freies Wifi, All-Day-Breakfast und guten Kaffee. Dazu kommt das hervorragende Wetter, die vielen Tempel und tolle Streetart. Ich hätte kein Problem hier zu bleiben. So für immer vielleicht.

Meine Zeit in Chiang Mai hab ich vor allem mit Herumwandern und in Cafes sitzend verbracht. Eine gute Gelegenheit also, um die tollen Läden vorzustellen, in denen ich meine Zeit vertrödelt gearbeitet habe 👩‍💻💪🏼

CAMP – Das Co-Working Mekka

Chiang Mai Cafe CAMP

CAMP ist ein riesiger Co-Working-Place in der Maya Mall. Bei jeder Bestellung über 50 Baht gibt es den WIFI-Passcode, der zwei Stunden gültig ist. Damit kann man sich in dem riesigen Raum gemütlich machen. Ob an Stehhockern, auf einem Sofa oder ganz gewöhnlich an Stuhl und Tisch.

Hier treffen sich Kreative, digitale Normaden, aber auch Schüler und Studenten. Jeder Platz hat eine Steckdose und die produktive Atmosphäre steckt richtig an. Wenn man verlässliches Internet braucht oder einfach gerne in Co-Working-Cafes rumhängt, genau das Richtige!

Ristr8to Lab

Chiang Mai Cafe Restr8to Lab

Das Ristr8to Lab ist das wohl bekannteste Cafe in Chiang Mai und damit sowas wie ein Must-Visit. Ein Besuch lohnt sich an allen Fronten. Die Location ist super, der Kaffee richtig lecker und die Jungs, die das Cafes leiten, sind super drauf und mit Spaß bei der Sache.

Die großen Glasfenster des Cafes sind geöffnet, wodurch man eigentlich auf jedem Platz draußen sitzt. Die Einrichtung ist einfach und ein bisschen rustikal, genau meins also.

Die Betreiber des Labs sind übrigens preisgekrönt. Für die Latte Art, also die Milchschaum-Verzierung des Kaffees, gab es mehrere internationale Awards. Auf meinem Flat White durfte ich mich über einen Engel freuen. Was du wohl bekommst?

Artisan

Cafe Chiang Mai Artisan

Das Artisan liegt etwas außerhalb, ist einen Besuch aber in jedem Fall wert. Die Stimmung ist ruhig, kreativ und im Hintergrund lief während meines Besuchs Chet Faker. Grund genug also, um eine Weile zu bleiben. Auch hier ist die Einrichtung puristisch-rustikal und richtig gemütlich.

Bei einem Kaffee lässt sich hier außerdem wunderbar arbeiten. Richtig schön sind auch die Plätze auf der kleinen Terrasse, die mit vielen Pflanzen verziert ist 🌱

Clay Studio Coffee

Cafes Chiang Mai Clay Coffee Studio

Das kleine Cafe liegt ein bisschen versteckt in Chiang Mais Altstadt. Besonders schön fand ich die vielen Pflanzen und die buddhistischen Figuren, die im ganzen Garten verstreut waren. Da es während meines Besuchs leider regnerisch war, musste ich drinnen Platz nehmen. Doch auch hier ist die Stimmung entspannt und das Personal sehr lieb!

Da das Cafe ein bisschen versteckt ist, ist es hier relativ ruhig und man kann Chiang Mais entspannten Trubel eine Weile entfliehen.

Nice Kitchen

Cafes Chiang Mai Nice Kitchen

Zum Schluss ein kleines Highlight. Wer zur Nice Kitchen möchte, durchquerte zuerst einen kleinen traditionellen Markt mit frischen Früchten, Gemüse und Fisch. Nach dem Markt schlängeln sich viele Restaurants aneinander. Unter anderem auch Nice Kitchen. Hier gibt es selbstgemachtes und organisches Essen. Außerdem gibt es eine gute Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten. Das Müsli kann ich schon einmal empfehlen. Sehr lecker!

Manche der Cafes habe ich durch Blogs entdeckt. Über andere bin ich einfach gestolpert. Augen offen halten lohnt sich in jedem Fall in Chiang Mai!

 

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Bangkok: Eindrücke aus der thailändischen Hauptstadt

Bangkok Nacht

Bangkok ist eine Wahnsinnstadt; keine Frage. So richtig beeindrucken konnte mich Thailands Hauptstadt trotzdem nicht. Ein Rückblick.

Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen erleichtert, dass mir Bangkok nur so mittelgut gefallen hat. Bis jetzt mochte ich nämlich jede Stadt, die ich in Europa oder Asien bereist hatte. Das erweckte bei mir selbst fast den Eindruck, ich sei unkritisch und würde für jeden Quatsch applaudieren.

Bangkok ist nicht schön

Die thailändische Hauptstadt ist nicht schön. Der Skytrain zieht sich auf riesigen Betonträgern durch die Stadt, die Kabel des Telekommunikationsnetzes hängen träge über den Straßen, die Hausfassaden sind blass, die Farbe längst abgeblättert. Doch zwischen den Betonmassen ist es unheimlich lebhaft.

An beinahe jeder Straßenecke wird frisch geschnittenes Obst verkauft, in den Nebenstraßen reihen sich die Streetfood-Wagen, es riecht nach Thaifood, nach Chili und Koriander. Das berühmte Pad Thai wird neben den verschiedenen Fleischspießen verkauft. Im Hintergrund erleuchten riesige Einkaufszentrum den Himmel und  buhlen um die Aufmerksamkeit der Touristen.

Die Stadt reißt mit. Es macht Spaß sich anonym von der Menge treiben zu lassen, kleine Cafes zu entdecken und sich plötzlich im Nirgendwo wiederzufinden. Dieses kurze Gefühl sich verlaufen zu haben und dann merken, dass es egal ist, weil man ja eh keine Termine hat. Das Herumhantieren mit Google Maps, damit ich doch noch zum Hostel zurückfinde.

Bangkok hat was und ich kann jeden verstehen, der die Stadt magisch findet. Ich hatte viel Spaß, war aber auch froh als es für mich weiter nach Chiang Mai ging. Sechs Tage in Bangkok waren mir zu viel. Ich würde sagen, es reichen drei bis vier Tage, um sich entspannt einen Eindruck zu verschaffen.

Bangkok ist so lala

Bangkok ist eine der meist besuchten Städte der Welt und das merkt man auch. Überall sind Touristen, alle möglichen Sprachen prasseln von allen Seiten auf einen ein. Damit sich die Touristen wohl fühlen, tut Bangkok einiges. Die meisten Beschriftungen gibt es auch in normalen Buchstaben und der Skytrain ist komplett international ausgerichtet.

Bangkok ist ok, so Lala eben. Bunter, touristischer, internationaler und sauberer als Jakarta. Für viele Backpacker ist Bangkok das erste Reiseziel in Asien. Die erste asiatische Großstadt. Dann muss die Stadt beeindruckend sein. Doch wenn man fünf Monate im chaotischen Jakarta gelebt hat, kann Bangkok einfach nicht mehr vom Hocker reissen.

Eindrücke aus Bangkok

Bangkok Central World

Central World ist die größte Mall in Bangkok und kaum zu übersehen. Die gelben Lichtern zeigen eine weihnachtliche Lichtinstallation, die auf dem großen Platz vor dem Einkaufszentrum aufbaut war.

Den „Winter Camp Market“ habe ich durch Zufall entdeckt. Bisschen Berlin-Hipster-mäßig gab es hier leckeres Thaifood und Säfte aus Papaya, Mango und vielen anderen frischen Früchten.

Bangkok - Buddha in Plastik

Eines meiner Lieblingsbilder aus Bangkok, weil es so abstrus ist. In den vielen Tempel werden die Statuen angebetet und dann gehe ich nichtsahnend um eine Straßenecke und entdecke hunderte buddhistische Figuren aufgereiht und in Plastik verpackt.



Und schließlich ein paar Eindrücke aus Bangkok abseits der Hauptstraßen als ich einfach durch die Gegend gestolpert bin.

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Abseits von Bangkok: Geheimtipp „Bang Ko Bua“

Bang Ka Bua mit dem Fahrrad erkunden

Bangkok bietet Touristen und Backpackern eine Menge zu entdecken. Wer Abstand vom Trubel der Großstadt braucht, findet Ruhe in Bang Ko Bua.

Wie anstrengend Verkehr, Lärm und die Menschenmassen einer Großstadt sind, merkt man oft erst, wenn man sie verlässt. Nach Jakarta habe ich mich mit Bangkok gleich in die nächste Millionenstadt gestürzt. Die thailändische Hauptstadt ist aufregend und turbulent, allerdings auch unheimlich kräftezerrend. Ich musste raus aus der Stadt. Zumindest für ein paar Stunden.

Bang Ko Bua ist ein richtiger Geheimtipp. Die Insel gehört zur Bangkok’s Nachbarprovinz Samut Prakan und ist bei Touristen nur wenig bekannt. Auf dem Blog loveandroad.com habe ich über Bang Krachao gelesen, das gleich neben Bang Ko Bua auf der gleichen Insel liegt. Egal, in welchen der Teile man am Ende genau landet, die Insel ein tolles Tagesziel, (beinahe) ohne Lärm, Gestank und Verkehr.

Die Anfahrt nach Bang Ko Bua

Pier Fährsteg Bang Na Bangkok

Um nach Bang Ko Bua zu kommen, muss man die Fähre benutzen um über den Chao Phraya Fluss zu kommen. An den Pier kommt ihr am besten mit dem Skytrain Richtung Bearing. Eure Endhaltestelle ist die vorletzte Station names „Bang Na“. Ich bin von der Station Ratchathewi los gefahren und musst für die Fahrt 52 Baht bezahlen. Der Skytrain ist moderner als die typischen U- und S-Bahnen in Deutschland und alles Nötige ist immer auch auf Englisch erklärt und ausgeschrieben.

In „Bang Na“ angekommen könnt ihr 20 Minuten Richtung Pier laufen oder euch schnell ein Taxi nehmen. Als Orientierung merkt euch den Tempel „Wat Bang Na“. Die Sanphawut Road führt direkt zum Pier und damit zur Fähre. Ihr könnt sie also gar nicht übersehen. Hier gibt es den Weg bei Google Maps.

Die Überfahrt

Fähre Bangkok Bang Ka Bua

Am Pier angekommen war ich ein bisschen verunsichert. Ich war die einzige Touristin weit und breit. Die Fähre habe ich zwar schnell entdeckt, allerdings stand nirgends ein Reiseziel. Also, erstmal stehen bleiben und beobachten. Immer gut, wenn man nicht weiter weiß.

Anderen Leuten folgend bin ich schließlich einfach auf die Fähre gelaufen. Nicht erschrecken, die Fähre wird von Menschen und Motorrädern zusammen benutzt. Passt aber alles. Die Fähre fährt bis 21:30 Uhr etwa alle zehn Minuten und braucht nur fünf Minuten bis zur anderen Seite. Die Fahrt kostet 4 Baht und wird erst auf den anderen Seite bezahlt. Wunderbar, um Kleingeld loszuwerden.

Bang Ko Bua

Auf der Insel angekommen könnt ihr nun tun und lassen, was ihr wollt. Um die Insel in Ruhe und sorgfältig zu erkunden, lohnt es sich ein Fahrrad zu mieten. Das gibt es gleich nach dem Verlassen des Fährstegs an vielen Stellen zu mieten. Ich hab 50 Baht bezahlt und hab ein vollkommen funktionstüchtiges Fahrrad bekommen. Dazu gab es eine Karte der Insel. Als Sicherheit musste ich meinen Personalausweis hinterlegen. Und schon wird einfach losgeradelt.

Die kleinen Fahrradwege sind teilweise nur auf einer Seite mit einem Geländer abgesichert. Gerade bei entgegenkommenden Verkehr kann das eng werden. Auch Angst vor Hunden sollte man nicht mitbringen. Auf der ganzen Inseln gibt es Straßenhunde, die gerne im Weg sitzen und liegen. Die meisten dösen einfach nur. Ich hab allerdings auch Bekanntschaft mit drei Hunden gemacht, die mich fast von Rad gerissen hätten. Mir ist nichts passiert, ich hab jetzt nur ein mittelgroßes Trauma vor meinem Lieblingstier. Aber vielleicht hätte ich auch einfach nicht in die verlassenste Ecke radeln sollen 😉

Zurück habe ich übrigens ohne Blick auf die Karte gefunden. Bang Ka Bua ist schließlich eine Insel, irgendwie kommt man immer zurück.

Bang Ka Bua Natur

Bang Ka Bua Feldweg

Radweg Bang Ka Bua

 

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Vier Tage in Yogyakarta: Strand und Tempel

Watulawang Beach Yogyakarta

Yogyakarta ist zurecht ein beliebtes Reiseziel für Einheimische und Touristen. In vier Tagen habe ich zwei Tempel, einen beinahe menschenleeren Strand und ein verstecktes Museum besucht.

Yogyakarta liegt im Südwesten der Insel Java und wird liebevoll auch Yogya genannt. Auch wenn der Stadtkern eher klein ist, verstecken sich gerade im Umland viele Sehenswürdigkeiten. Mit zwei Freunden habe ich vier Tage in der javanesischen Stadt verbracht. Damit wir schnell und zügig voran kommen haben wir uns für diese Zeit einen Fahrer samt Auto gemietet.

Für unsere vier Tage in Yoga haben wir uns viel vorgenommen. Wegen des Regens – in Yogyakarta regnet es viel und heftig – und weil uns manche Orte viel zu gut gefallen haben, haben wir allerdings nur ein Drittel geschafft. Bevor du dich auf den Weg in die Stadt machst, solltest du also unbedingt Prioritäten setzen.

Die Tempel in Yogyakarta / Candi-candi di Yogyakarta

Yogyakarta ist vor allem für die riesigen alten Tempel bekannt. Borobudur und Prambanan solltest du auf keinen Fall verpassen.

prambanan tempel yogyakarta

Bevor der Islam durch arabische Handelsleute nach Indonesien kam, war das Inselreich überwiegend hinduistisch. Ein Überbleibsel dieser Zeit ist der Tempel Prambanan (id.: Candi Prambanan). Die größte hindunistische Tempelanlage des Landes wurde während der Kolonialzeit von den Niederländern entdeckt.

Etwas lieber mochte ich den buddhistischen Tempel Borobudur, der mit Sicherheit auch der bekannteste ist. Als wir ankamen hat es leider in Strömen geregnet, trotzdem hatten wir viel Spaß zwischen den historischen Bauten.

borobudur tempel yogyakarta

Obwohl der Tempel wirklich atemberaubend ist, hab ich das Weltkulturerbe dann doch kurz in den Schatten gestellt. Als Europäerin fällt man in Indonesien schnell auf. Und da ich schlecht „nein“ sagen kann, wurde ich Star einen ganzen (riesigen!) Schulklasse, die alle ein Foto mit mir wollten. Passiert mir in Indonesien häufig, darauf sollte man sich also einstellen, wenn man durchs Land reist.

Strand Watulawang / Pantai Watulawang

Wenn man an Indonesien und Strand denkt, fällt einem zuerst Bali, Lombok und die Gili Islands ein. Doch auch Yogya hat an dieser Stelle ganz schön was zu bieten. Viele Strände sind gut versteckt und daher beinahe menschenleer. Wir haben den Strand Watulawang besucht. Außer uns waren vielleicht ein Dutzend Menschen da, die relativ schnell wieder verschwanden.

Watulawang Beach Yogyakarta

Museum Ullen Sentalu

Das Musuem Ullen Sentalu hat mich wirklich begeistert. Freunde haben es mir im Vorfeld empfohlen und ich habe sofort verstanden warum. Es liegt etwas versteckt und man darf keine Fotos von der Ausstellung machen, wodurch es auch „secret museum“ genannt wird. Die Bilder und Exponate erzählen vor allem von der Königsfamilie Yogyakartas und die Führung hat mir einiges über die javanesische Kultur beigebracht.

Aussichtsplattform Kalibiru

Ein beliebter Fotospot ist Wisata Alam Kalibiru, umgeben von Bergen und einer toller Aussicht. Der Eintritt kostet rund 15,000 Rupiah. Die verschiedenen Fotospots etwa 10,000 Rupiah. Für schöne Fotos und als Andenken auf jeden Fall einen Besuch wert. Kalibiru Yogyakarta Aussichtsplattform

Andere Sehenswürdigkeiten in Yogyakarta

Durch die teilweise sehr langen Fahrtwege in Yogyakarta haben wir nicht alles geschafft, was auf unserer To-Do-Liste stand. Folgende Punkt sind in jedem Fall auch einen Besuch wert und wurden von einem indonesischen Freund zusammengestellt:

  • Keraton – Palast
  • Ratu Boko – Tempel
  • Kebun Teh Nglinggo – Teeplantage
  • Kampung Wijilan
  • Nglanggeran – Vulkan
  • Air Terjun Sri Gethuk
  • Gua Pindul – Cave
  • Telaga Biru Semin
  • Museum Sonobudoyo
  • Malioboro – Shopping Straße
  • Tugo Jogja – Denkmal

Wer einen Studentenausweis hat, sollten den unbedingt zu den Attraktionen mitnehmen. Denn Touristen zahlen oft deutlich mehr als Einheimische. Mit dem Studentenausweis gibt es zumindest 50 Prozent Rabatt auf den überhöhten Preis. Borobudur kostet 260.000 Rupiah, Prambanan 234.000 Rupiah. Den Rabatt mitzunehmen lohnt sich also auf jeden Fall!

 

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Black Friday: Gar nicht mal so cool

Neuer Wall Hamburg Shopping Weihnachten

Black Friday und Cyber Monday locken jeden November Millionen Nutzer in Online-Shops und Geschäfte. Doch immer mehr Shops wehren sich gegen den Konsumwahn und setzen mit kreativen Ideen dagegen.

Passend zur Weihnachtszeit werden online und offline viele Produkte runtergesetzt. Mit Black Friday und dem Cyber Monday gibt es gleich zwei amerikanische Marketing-Feiertage, die nach Deutschland geschwappt sind. Möglichst viel und möglichst billig ist die Devise.

Dabei wurde Konsumverzicht in den letzten Jahr zum Trend. Minimalismus, Zero Waste, Decluttering sind nur einige Buzzwords mit denen man sich mittlerweile gerne schmückt. Secondhand und Vintage lassen die Herzen jedes Modemädchens höher schlagen. Verzicht ist längst zum Zeichen von Charakterstärke geworden. Magazine und Blogs sind voll mit Tipps für die Veränderung zu einem fairen Leben. Man könnte meinen, Nachhaltigkeit oder zumindest das Bewusstsein ist in den Köpfen angekommen.

Auf der anderen Seiten laufen Jugendliche und junge Erwachsene immer noch mit braunen Papiertüten durch die Gegend, in denen sich 12 Teile für nur 90 Euro sammeln. Billig hat also immer noch eine Anziehungskraft, die alle gute Vorhaben zerschellen lässt. Minimalismus und Nachhaltigkeit sind zu Lifestylebegriffen avanciert. Leere Worthülsen, die jeder selbst mit Inhalt füllt.


Black Friday ist der Tag nach dem amerikanischen Thanksgiving. Da Thanksgiving immer auf einen Donnerstag fällt, wird der darauf folgende Freitag gerne als Brückentag genutzt. Viele nutzen den freien Tag für ihre ersten Weihnachtseinkäufe. Der stationäre Handel, sowie Onlineshops locken zudem mit vielen günstigen Angeboten. 2006 hat Apple das Konzept nach Deutschland gebracht, mittlerweile haben sich viele anderen Läden und Marken angeschlossen.

Cyber Monday folgt auf den Black Friday. Ursprünglich war der Cyber Monday die Antwort der Online-Shops auf den Black Friday. Der Black Friday wurde anfangs nämlich nur von stationären Ladengeschäften durchgeführt. Mittlerweile finden jedoch Cyber Monday und Black Friday offline wie online statt.


Konsumgier ist so 90s

Die 90er waren laut, schrill und aufdringlich. Statussymbole waren wichtig, vor allem die Sichtbarkeit von ihnen. Zu große Pullover mit großem „Helly Hansen“-Aufdruck, teure Autos und viel Schnickschnack. Ich dachte, wir hätten das hinter uns gelassen. Minimalismus und Zurückhaltung wäre attraktiv geworden. Doch der Lifestyle scheint nicht mehr zu sein, als Platzfüller in Magazinen und netter Gesprächsstoff, der dich in ein positives Licht rückt.

Sobald das Sale-Schild ruft, sind all die guten Gedanken und Vorhaben vergessen. Wir verrückt wird in die Geschäfte gerannt und Quatsch, den man eigentlich nicht braucht, gekauft. Es wird wieder getrumpft. Mehr Tüten suggerieren mehr Erfolg auf der Jagd nach Schnäppchen.

Glücklicherweise gibt es Shops, die da nicht mitmachen wollen. Als Alternativprogramm zum Black Friday hat das Label Kancha 2014 den White Friday ins Leben gerufen. Statt zu sparen, zahlen Kunde und Shop drauf – für den guten Zweck. Andere Shops rufen uns ins Gedächtnis, dass Dinge repariert und recycelt werden können, statt sie neu zu kaufen. Eine Übersicht:

Jan’n’June

Der Onlineshop für faire Mode setzt auf Reparieren statt auf Neukauf. Auf dem Blog gibt es eine Tipps zum Aufpeppen von alten Jeans, das Annähen eines neuen Knopfs oder eines Reisverschluss.

Kancha

Kancha stellt nachhaltige Accessoires her. Das Design ist minimalistisch und richtet sich vor allem an technikinteressierte, junge Leute. Das Angebot reicht von Rucksäcken, über Kameragurte bis hin zu Geldbörse. Kancha fördert am Black Friday Empower Blind People in Kirgistan. Die Organisation bietet Hilfe im Umgang mit Blindheit für Betroffene und für Eltern mit blinden Kindern.

SoulBottles

Soulbottles designen und produzieren wunderschöne Trinkflaschen aus Glas. Hergestellt wird in Deutschland und das vollkommen plastikfrei und nachhaltig. Soulbottler unterstützen am White Friday WASH der Welthungerhilfe in Nepal, dass Menschen Zugang zu sauberen Trinkwasser ermöglicht.

Mehr Infos zum White Friday hier.

Auf wenn die Aktion vorüber ist, lohnt es sich in den entsprechenden Shops vorbei zugucken. Die Produkte sind fair und nachhaltig produziert und die Händler engagieren sich auch außerhalb der Weihnachtszeit für gute Zwecke.

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Jakarta: Extremisten protestieren gegen Govenor-Kandidaten

Indonesien Jakarta Ahok Protest

Dienstag war ein normaler Tag. Uni, danach mit Freunden Kaffee trinken. Dann hörten wir von den bevorstehenden Protesten am Freitag in Zentral Jakarta gegen den Govenor-Kanditaten Ahok.

Auch der besagte Freitag, der vierte November, startet zunächst ruhig. Wie angekündigt startetet der Protest-Zug nach dem muslimischen Freitagsgebet. Alles verläuft ruhig und friedlich. Im Internet verbreiten sich Bilder, die Polizei und Demonstranten betend nebeneinander zeigen. Es ist ein schönes Bild, das zeigt, dass Religion Menschen vereint und nicht auseinander treibt.

Doch gerade Religion und Herkunft  standen im Mittelpunkt der Demonstrationen. Initiiert wurde die Demo von der Islamic Defenders Front, einer extremen Gruppierung, die seit Jahren für den Islam in Indonesien kämpft. Sie werfen Jakartas Governor Basuki Tjahaja Purnama, der von allen nur Ahok genannt wird, Blasphemie vor.


Islamic Defenders Front: Heißt eigentlich Front Pembela Islam (FPI) und wurde 1998 nach dem Rücktritt von Diktator Suharto gegründet. Sie wollen die Scharia in Indonesien einführen und werden laut Wikileaks unter anderem von der Polizei Indonesiens finanziell unterstützt. In den letzten Jahren haben sie in Indonesien über 30 mal versucht mit Gewalt für ihr Vorhaben zu kämpfen.

Scharia: Ist das religiöse Gesetz des Islams und basiert auf dem Koran. In Staaten wie Saudi-Arabien wird die Scharia vollständig angewendet. In Indonesien leben einzelne Gebiete unter der Scharia. Das bekannteste ist Aceh in Sumatra.


Alles began Ende September. Der amtierende Governor von Jakarta kandidiert erneut für das politische Amt. Dass er überhaupt Governor geworden ist, verdankt er dem vorherigen Governor Joko Widodo, kurz Jokowi, der 2014 zum Präsidenten gewählt wurde. Ahok übernahm dadurch den Governorsposten. Im Rahmen seiner Wahlkampagne für seine erneute Kandidatur hält er eine Rede auf den Thousand Islands in Jakarta.

Seine Rede wird im Nachhinein gekürzt, falsch zusammengeschnitten und fehlerhaft übersetzt. Ahok wollte die muslimische Gemeinde dazu ermutigen, dass es keinesfalls gegen den Koran spricht für einen Nicht-Muslimen bei der Wahl zu stimmen. Da er die Passage aus dem Koran falsch wiedergegeben hat, werfen viele Muslime ihm nun Blasphemie, also Gotteslästerung vor. Bei den Protesten marschieren sie in Jakarta um für eine Bestrafung Ahoks zu sorgen. Blasphemie steht in Indonesien unter Strafe. Beschuldigte müssen sich vor Gericht erklären.

„Did you hear about friday?“

Wir verbringen den Tag mit Freunden in unserem Viertel in Zentral-Jakarta, ein paar Kilometer entfernt von den noch friedlichen Protesten. Wir essen zusammen, spielen Gitarre, schauen einen schlechten Horror-Film. Ich vergesse fast, dass mir in den vergangenen Tage viele Freunde gesagt haben, ich solle unser Viertel nicht verlassen. „Be careful“, sei vorsichtig, höre ich in diesen Tagen hunderte Male. Meine Universität und viele andere Schulen und Bildungseinrichtung ließen an diesem Freitag den Unterricht ausfallen. Der Weg zur Schule sei zu gefährlich.

Zusammen mit meinen Freunden, vergesse ich, dass ich vorher Angst hatte, dass die Demonstranten für Ärger sorgen. Dass sie Passanten attackieren, Autos anzünden, etwas in die Luft geht. Ich vergesse fast, dass meine Freunde, mit denen ich den Tag verbringe, chinesische Vorfahren haben. Damit ist es für sie besonders gefährlich.

Der Hintergrund der Demonstration

Denn auch wenn Ahok der Blasphemie bezichtigt wird, werden ihm doch zwei Dinge viel deutlicher zur Last gelegt: Seine Herkunft und seine Religion. Ahok ist Christ und chinesischer Abstammung. Damit gehört er in dem muslimischen Land zur Minderheit. Er ist erste indochinesische und christliche Governor seit Jakarta 1998 zur Demokratie wurde. Nur in den 60ern, als Indonesien vom Diktator Sukarno regiert wurde, gab es das schon einmal. In einem Land, in dem 88 Prozent muslimisch sind, eine Besonderheit.

Auch wenn es in Indonesien keine offizielle Staatsreligion gibt, ist der Islam omnipräsent. In den kleinen Convenience Stores gibt es keinen Alkohol zu kaufen, Frauen tragen auf den Straßen keine kurzen Hose und Röcke, Paare sieht man ebenfalls selten öffentlich. Viele Muslime wollen nicht von einem „Nicht-Gläubigen“ regiert werden.

Religion hat in Indonesien eine große Bedeutung. Jeder Einheimische muss sich für eine der sechs anerkannten Religionen entscheiden. Islam, christliche, sowohl katholische Kirche, Hinduismus, Buddhismus oder Konfuzianismus. Die Religion ist im Personalausweis vermerkt. „In Indonesien Atheist zu sein, ist das gleiche, wie hier schwul zu sein„, sagte mir vor ein paar Monaten ein indonesischer Kommilitone.

Mittel zum Zweck

Die ersten Bilder der Demonstrationen sahen beeindruckend aus. Tausende weiß gekleidete Menschen, die eine Einheit symbolisieren. Ein ruhiges Marschieren zwischen Jakartas Wahrzeichen und Wolkenkratzer. Etwa 150,000 Menschen, die für die Bestrafung Ahoks protestieren. Auch wenn die Beweggründe zweifelhaft war, war der visuelle Eindruck doch spannend.

Doch als wir die Nachrichten am frühen Abend wieder einschalten, ist die Demonstration nicht wieder zuerkennen. Die geordnete Masse hat sich in einen Tumult entwickelt, sie ist wütend geworden. Reifen und Polizeiautos brennen. Die Demonstranten werfen mit Steinen und Flaschen. Die Polizei antwortet mit Wasserwerfern und Tränengas.

Viele Demonstranten protestieren noch bis in die Nacht. Ein Mensch stirbt, ein paar Dutzende werden verletzt. Auch am drauf folgenden Samstag sollen wir unser Viertel nicht verlassen. Es sei immer noch gefährlich. Mittlerweile ist die Lage wieder entspannter, doch viele Muslime warten immer noch auf Gerechtigkeit. Der Fall von Ahok wird gerichtlich verhandelt. Für den 25. November wurde erneut eine Demonstration angekündigt.

 

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Old Town Jakarta und der Hafen

Fatahillah Square Jakarta Old Town

Jakartas Altstadt ist ein Muss, wenn man die indonesische Hauptstadt besucht. Nirgends liegen Ursprünglichkeit und der Wille zur Veränderung so nah beinander.

Zentral-Jakarta verändert sich jeden Tag. Ständig schießt ein neuer Wolkenkratzer in die Höhe und verewigt sich in der Skyline. Die Straßen sind verstopft. In der Rush Hour herrscht Stilstand. Nur die Ojeks, wie sie hier die Motorroller nennen, düsen ab und an an den Automassen vorbei. Über den Straßen hängt eine dunkle Smog-Wolke. Wenn man hier ein Foto schiest, ist es unweigerlich unscharf und körnig.

Wer dem Trubel von Jakartas Zentrum entkommen will, macht sich auf Richtung Norden der Stadt. Kurz vor der Küste liegt die Altstadt. Wie steigen an der Busstation KOTA TUA aus, direkt vor dem Muesum der BANK OF INDONESIA. Montags sind Museen geschlossen, also laufen wir weiter. Nur ein paar Meter weiter liegt der Fatahillah Square.

Fatahillah Square

Als wir den Fatahillah Square erreichen, fallen mir sofort zwei Dinge auf. Das weiße, ehemalige Rathaus und die vielen bunten Fahrräder auf dem Vorplatz. Das Rathaus stammt aus der niederländischen Besatzungszeit, deswegen erinnert der Baustil auch sofort an Europa. In ganz Jakarta ist der Platz aber vor allem für das Radfahren bekannt. Überall werden bunte Fahrräder angeboten, mit denen Touristen und Einheimische durch den Gegend düsen können. Eine seltene Gelegenheit in Jakarta. Durch die schlechten Zustände der Gehwege, der Luftverschmutzung und des Verkehrsproblems ist Radfahren in der Millionenstadt eigentlich kaum möglich.
Jakarta Kota Tua Town Hall Rathaus
Auch durch die verschiedenen Architekturstile, die einen Blick in Jakartas Vergangenheit ermöglichen, ist der Besuch der Altstadt lohnenswert. Außerdem befinden sich hier mehrere Museen wie das SEJARAH JAKARTA oder das bereits erwähnte Museum BANK OF INDONESIA.

Fatahillah Square Altstadt Jakarta

Jakartas Hafen

Für uns ging es weiter zu Jakartas Seehafen, SUNDA KELAPA HARBOR. Der Hafen ist einer der ältesten der Stadt und wird heutzutage noch von den traditionellen Pinisi-Schiffen angefahren. Die Pinisis werden als Lastenschiffe verwendet, Schätzung zufolge hat Indonesien mit ca. 800 Pinisis die größte Segelschiffflotte der Welt.

Sunda Kelapa Harbor Jakarta

Sunda Kelapa Hafen Jakarta

Der Besuch der Altstadt und des Hafens war bisher mein liebster Touri-Ausflug in Jakarta. Endlich konnten wir Jakarta zu Fuß entdecken ohne beinahe überfahren zu werden. Überall sind interessante Details und man erkennt die Ursprünge der Stadt ganz ohne Hochhäuser und der enormen Lautstärke, die in Zentrum allgegenwärtig ist.

Altstadt und China Town

Nachdem wir den Hafen und den Fatahillah Square gesehen haben, haben wir uns einfach etwas treiben lassen. In der Altstadt (auf Indonesisch: kota tua) gibt es eine Menge Straßenverkäufer und Künstler. Aufmerksam durch die Gegend laufen lohnt sich also. Außerdem waren wir kurz in China Town, auch wenn sich das in Jakarta eher auf eine Straße beschränkt.

Vietnamese Jakarta Old Town

Old Town Jakarta Kota Tua

Jakarta Old Town Altstadt

Jakarta Kota Street Artist

China Town Jakarta Gemüsemarkt
Gemüsemarkt in China Town

Fotoquelle: Jana Moysich

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